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Was tun, wenn ich Hilfe brauche?

Allein oder zu zweit zu Hause, im Alter kann es schnell zu einem Unfall kommen. Dann ist Hilfe gefragt. Foto: lightfieldstudios
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Jeder wünscht sich, zu Hause alt werden zu können. Ein Pflegeheim kommt nicht in Frage, wobei die Scheu vor diesem Umzug durch eine Kontaktaufnahme in den Jahren davor bereits abgebaut werden kann. Im höheren Alter oder mit gesundheitlichen Einschränkungen ist es oft notwendig, schnell Hilfe zu erhalten, wenn die Familie nicht in der Nähe ist. Von Essen auf Rädern, Fahrservice bis zu Hausnotruf- und Besuchsdiensten gibt es dafür ein breitgefächertes Angebot in Deutschland von gemeinnützigen und privaten Anbietern, damit Sie, Ihre Kinder und Enkelkinder sich weniger Sorgen machen müssen.

Notrufsystem – ein Knopfdruck hilft

Also was tun, wenn es mir plötzlich nicht gut geht oder ich in der Wohnung gefährlich stürze und nicht das Telefon erreiche? Hier lohnt sich die Investition in einen Hausnotrufservice wie ihn die gemeinnützigen Einrichtungen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Malteser Hilfsdienst, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Volkssolidarität, Caritas oder private Anbieter wie Vitakt, Sonotel oder Libify im Programm haben. Beratung, Inbetriebnahme, Kundenservice, persönliche Ansprache und der Vertrag sind laut Stiftung Wartentest sehr unterschiedlich. Es empfiehlt sich, Kontakt zu verschiedenen Anbietern aufzunehmen und die Angebote sorgfältig zu vergleichen.

Der Service hilft vor allem auch jetzt, in der Zeit der Isolation und gibt den Angehörigen Sicherheit, dass bei Hilfebedarf rund um die Uhr ein Notruf abgesendet werden kann und schnell Hilfe vor Ort ist. Für viele Menschen ist es schwierig, zu akzeptieren, dass sie hilfebedürftig sein könnten oder sie verlassen sich auf die Hilfe des Partners, der mit im Haushalt lebt. Aber können wir sicher sein, dass unsere Partner im Falle eines Unfalls nicht ebenfalls einen Schock erleiden und dann vielleicht gar nicht wissen, wie sie reagieren müssen? Der Hausnotruf gibt uns oder den Angehörigen die Gewissheit, dass ein Knopfdruck reicht, um einen Alarm auszulösen und gegebenenfalls den Notarzt und den Krankenwagen zu rufen. Der Notarzt steht Tag und Nacht zur Verfügung, prüft die Lage und entscheidet, ob eine Hilfe vor Ort ausreichend ist oder eine Kontrolle und Behandlung im Krankenhaus notwendig wird. Gegebenenfalls kann auch nur die zuvor im Notfallplan angegebene Vertrauensperson, die Familie oder ein Nachbar, kontaktiert werden.

So funktioniert’s

Die Installation des Hausnotrufsystems ist schnell erledigt und kann zur Zeit der Kontaktbeschränkungen auch kontaktlos per Telefon durchgeführt werden. Das gelieferte System umfasst in der einfachen Variante zwei Geräte: die Basisstation und einen Funksender, der am Körper am Arm oder um den Hals getragen werden kann und wasserfest ist, also auch unter der Dusche getragen werden kann. Der kleine Apparat der Basisstation wird mit dem Telefonanschluss verbunden und in der Nähe positioniert. Er verfügt über eine Freisprecheinrichtung und eine Notruftaste. Die Funksender mit Freisprecheinrichtung am Arm oder um den Hals sind mit einem Notrufknopf ausgestattet und demnach tagtäglich am Körper zu tragen. Drücken Sie den Alarmknopf, wird ein Sprechkontakt zur Notrufzentrale hergestellt.

Die Bedienung der Geräte ist leicht zu erlernen. Die Einweisung erfolgt vor Ort oder auf Wunsch auch per Telefon zur Zeit der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln. Sofern Sie bereits einen Pflegegrad haben, können die Kosten der Basisversion in den meisten Fällen von der Pflegekasse übernommen werden. Das gilt für alleinstehende Menschen oder ältere Personen mit Partnern, die bereits gesundheitlich eingeschränkt sind.

Außer Haus? Auch hier gibt’s Hilfe!

Aber was passiert, wenn Sie außerhalb Ihres Hauses und der Reichweite des Notrufsystems Hilfe benötigen? Eine etwas teurere Variante mit GPS-Funktion zeigt dem Hausrufservice durch die Ortungsfunktion genau an, von wo der Notruf abgesendet wurde. Der Einsatzdienst findet so den Weg zu Ihnen und der Ablauf kann wie beim Hausservice erfolgen, wenn dieser das mobile Notrufsystem anbietet. So können Sie sich auch beim Spaziergang, beim Einkaufen, beim Besuch des Nachbarn oder bei der Gartenarbeit sicher fühlen, dass jederzeit Hilfe gerufen wird. Sollten Sie versehentlich auf den Knopf drücken, so schaltet sich zunächst der Funksprechdienst ein. Sie können also unbesorgt sein: Ein Rettungsdienst rückt nicht ohne Grund aus.

Mobiler Notruf mit dem Smartphone

Für Smartphone-Nutzer sind verschiedene Applikationen auf dem Handy eine Alternative. Hierzu gehören die Standortfunktion sowie zusätzliche Apps, die eingerichtet werden können. Moderne Smartphones verfügen über interne Alarmsysteme, die über den Bereich „Einstellungen“ aktiviert werden können. Weitere Geräte von privaten Anbietern für den mobilen Notruf können bereits einen Sturz erkennen und lösen auf diese Weise, laut Information der Anbieter, automatisch den Alarm aus. Diese sogenannte SOS-Uhr oder Notruf-Uhr mit Sturzmelder erfordert kein Handy und wird am Arm getragen. Die Uhr hat einen einmaligen Preis, wobei der Service monatlich separat abgerechnet wird. Sie verfügt, wie ein Smartphone, über ein Ortungssystem und benötigt keinen Internetanschluss oder WLAN. Ein Ortungssystem  hilft ebenfalls, Demenzkranke zu finden. Andere mobile Notruf-Systeme mit Sturzsensor verfügen über ein tragbares, kleines, handyähnliches Sendegerät, das am Körper getragen wird.

Anette Rietz

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

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