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Vorsicht, Bordsteinkante!

Wie kaufe ich einen Rollator
Wie glücklich: Wenn Großmutter ihr flottes Hilfsmittel im Grünen benutzt, freuen sich die Enkelkinder. Foto: famveldman
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Sachsen – Wer kennt sie nicht, die hilfreichen Äste, die ein wenig Stabilität beim Wandern bieten. Einfach der Körperhöhe angepasst können sie eine perfekte Gehhilfe sein. So war es früher. So ist es heute. Was für eine simple wie gute Idee: ein Stock zum Gehen. Hübsch poliert, kunstvoll mit einem Griff versehen, war er die Zierde eines jeden Mannes. Undenkbar, das Haus ohne dieses praktische Teil zu verlassen. Doch das war im Mittelalter. In den vergangenen beiden Jahrhunderten änderte sich der Trend. Zwar war der Gehstock bei Wanderern weiterhin beliebt, wurde sogar liebevoll mit verschiedenen Plaketten geschmückt, die auf die erreichten Wanderdestinationen hinwiesen. Professionell hergestellte Gehstöcke jedoch nutzten ausschließlich ältere oder gebrechliche Menschen: Der Gehstock wurde ein medizinisches Hilfsmittel, und erst viel später kam der Rollatorhinzu.

Vorwärts auf vier Füßen?

Rutschfest sollte die Gehhilfe sein. Manchmal musste sie auch beide Flanken stabilisieren. So kam es, dass der Mensch an Krücken ging, versehen mit Gummipfropfen, die mehr Standfestigkeit garantierten. Noch mehr Stabilität gaben jedoch vierbeinige Gestelle, die ruckartig fortbewegt werden konnten. Nicht wirklich bequem, aber eine Alternative zum Rollstuhl.

Eine viel bessere Alternative für schwächere Menschen ist der Rollator. Er bietet nicht nur in den eigenen Wänden mehr Sicherheit, sondern auch auf allen Wegen außerhalb des Hauses. Und er wahrt die Eigenständigkeit des Nutzers. Muskeln und Gelenke bleiben in Bewegung und werden weiterhin gut durchblutet. Der Rollator, der kleine Alleskönner, ist eine hilfreiche Stütze, ein bequemer Sitz und nicht zuletzt eine mobile Einkaufstasche.

Wer hat’s erfunden?

Nein, es waren nicht die Schweizer. Eine Schwedin hat’s erfunden: Aina Wifalk. Sie war durch Kinderlähmung im Gehen behindert und entwickelte 1978 eine fahrbare Gehhilfe. Die vierbeinigen Gestelle bekamen Räder, einen Metallrahmen, zwei Handgriffe und erhielten im Laufe der vergangenen Jahre praktische Zusatzausstattungen.

Der Rollator selbst ist noch nicht wirklich alt und ein Hilfsmittel, was technisch wie auch optisch immer wieder den modernen Bedürfnissen angepasst wird.

Fakten, Fakten, Fakten

Rollatoren gibt es quer- oder trapezförmig. Sie sind quer über die Achse oder längs über die Seite zusammenfaltbar. Es gibt sie als Leichtgewichte, zum Beispiel aus Carbon oder Aluminium – oder schwerer, aus Stahl gefertigt. Und es werden immer mehr, mit immer moderneren Details.

2012 fand erstmals der Deutsche Rollatortag in ganz Deutschland statt. Präsentiert wurden die Alltagshelfer mit all ihren Vorteilen. Weg mit dem Stigma, hin zur Nutzung und damit zu mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. Fahrsicherheitstraining, Verkehrssicherheit-Checks und Aufklärung rund um die Mobilität im Alter standen dabei im Mittelpunkt. Zur gemeinsamen Initiative gehörten die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik, die Deutsche Seniorenliga und viele Veranstalter mehr. Schon damals wussten die Veranstalter, dass es in Deutschland etwa zwei Millionen Rollatoren gibt und laut Expertenschätzungen bis zu 500.000 pro Jahr hinzukommen würden. Zahlen, die den demografischen Wandel widerspiegeln und das Mobilitätsverhalten älterer Menschen abbilden.

Vor dem Kauf konzentriert testen

Wer einen Rollator kaufen möchte, der sollte sich zuallererst im Klaren sein, wo er den Helfer einsetzen möchte. Soll es drinnen oder draußen sein? Soll er leicht und damit teurer oder kann er ein Schwergewicht und damit oftmals ein Modell sein, was die Krankenkasse zahlt?

Zu prüfen ist die Belastbarkeit (Benutzergewicht in Kilo), ob ein gepolsterter Rückengurt inklusive ist und somit mehr Sicherheit geboten wird. Wie breit sind Sitzfläche und -höhe? Aus welchem Material besteht der Rollator und wie schwer ist er damit? Hat er eine Tasche, ein Multifunktionsnetz und einen Stockhalter? Sind Tasche und Sitzpolster wasserdicht und abnehmbar? Gibt es eine Ankipphilfe, die den Rollator bequem über Unebenheiten und Stufen bringt? Wie reagieren die Bremsen? Sind die Räder weich? Wie fühlen sich die Griffe an, sind sie ergonomisch geformt? Ist eine Beleuchtung, sind Reflektoren vorhanden? Ist das Klapp- und Verschlusssystem leicht zu bedienen? Nicht zuletzt ist gut beraten, wer den Rollator einmal in die Hand nimmt und in aller Ruhe in einem Geschäft oder Sanitätshaus ausprobiert, sich fachgerecht beraten und bei Kauf auch in die Technik einweisen lässt.

Standardmodell oder Ferrari?

Ein Rollator ist ein medizinisches Hilfsmittel. Stellt ein Arzt ein Rezept aus (Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt und lassen Sie neben Rollator auch Zusatzwünsche auf das Rezept schreiben!), dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten – zumindest für ausgewiesene Standardmodelle für draußen oder Innenräume. Und das hilft sparen. Aber Vorsicht: Nicht nur der Preis ist entscheidend, sondern auch die Leistung.

Neben den Standardmodellen gibt es sogenannte Premium- und Kombi- sowie Sondermodelle. Mehr Zubehör, mehr Komfort fordern jedoch mehr Geld und das muss aus der eigenen Tasche gezahlt werden, zumindest bei den Premiummodellen.

Kombi- und Sondermodelle zielen in ihrer Konstruktion auf Patienten mit schwereren Krankheitsbildern (wie etwa Multiple Sklerose) oder starkem Übergewicht ab (Es gibt auch XXL-Rollatoren!). Mit wenigen Klicks ist aus einem Rollator ein Rollstuhl gemacht. Fragen Sie bei Bedarf bei Ihrer Krankenkasse nach einer Kostenübernahme!

Und wenn es ein bisschen mehr Komfort sein soll? Dann sollten Sie den Vertragshändler – in den meisten Fällen das Sanitätshaus – nach den Mehrkosten fragen und mit der Krankenkasse über eine mögliche Zuzahlung verhandeln. Außerdem sollten Sie vereinbaren, ob der Rollator bei Zuzahlung Ihr Eigentum sein wird.

Katrin Fiedler

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

DDV Lokale bieten Rollator Leichtgewicht an

  • Aktuell bietet die DDV Mediengruppe via Internet und in den Treffpunkten  ein Rollatoren-Modell zum Kauf an. Um auf das Portal DDV Lokal zu gelangen, klicken Sie ganz unkompliziert hier.
  • DDV Lokale: Hier erhalten Sie eine Beratung und können das Modell begutachten und ausprobieren sowie bestellen.
  • Folgende DDV Lokale haben ein Ansichtsexemplar vorrätig: Dresden Haus der Presse, Dresden Elbepark, Döbeln, Bautzen, Meissen, Pirna, Riesa und Zittau.
  • Adressen aller DDV Lokale finden Sie hier.
  • Daten: stabiles Aluminium, inkl. Tasche und Stockhalter, Höhenverstellbarer Griff von 86 bis 96 Zentimeter, nur 6,7 Kilo schwer
  • Kosten: 119 Euro. Mit SZ- oder MOPO-Card sparen Sie 20 Euro!
  • Lieferzeit: 10 Tage
  • Der Rollator Servocomfort Leichtgewicht wird durch das deutsche Unternehmen Servopax vertrieben. Es bietet mehr als 12.000 Produkte der Medizintechnik. 
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