Alle Jahre wieder?

Die Weihnachtszeit eignet sich bestens zum gemeinsamen Spielen. Foto: dglimages
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Deutschland – Jede Familie hat ihre Traditionen und Kinder übernehmen sie gerne später. In unserer Familie wird zum Beispiel viel gespielt und Weihnachten gibt es traditionell als Geschenk für alle „Das Spiel des Jahres”, auch wenn kaum jemand nach dem Abendessen noch die Muße hat, die neuen Spielregeln zu verstehen.

Überraschen? Aber wie?

Die Geschenkübergabe läuft in allen Familien unterschiedlich ab. Oftmals liegen alle Geschenke schon unter dem Baum. Bei war es anders. Die Überraschungen landeten – in unterschiedlich farbigen Geschenkpapier hübsch verpackt – in einen großen weihnachtlichen Papiersack. Damit es nicht zur Verwechslung kam, wurde für jedes Kind eine Farbe bestimmt. Die Überraschungspäckchen wurden der Reihe nach aus dem Sack gezogen und wir warteten, bis die Schwester oder der Bruder das Geschenk ausgepackt hatten, dessen Farbe gerade dran war. So ging es fröhlich weiter, bis alle Geschenke verteilt waren.

Würfeln um die Bescherung

Egal ob Jung oder Alt, die Präsente sind für die meisten der aufregendste Moment des Weihnachtstages. Selten kann bis nach dem Abendessen mit dem Auspacken gewartet werden. Warum nicht einmal die Spannung steigern und um die Bescherung würfeln? So einfach funktioniert’s: Die Gäste bekommen eine Zahl zugewiesen. Es wird reihum gewürfelt. Dabei können bis zu zwei Würfel verwendet werden. Wird die entsprechende Augenzahl geworfen, darf sich die Person ein Geschenk nehmen. In der etwas schwierigeren Variante muss der Beschenkte selbst die entsprechende Augenzahl würfeln. Das Spiel lässt sich natürlich noch mit Aufgaben erweitern, die an andere Zahlen gebunden sind. So kann eine Variante sein, dass nur bei der Zahl 6 auch ausgepackt werden darf oder bei einer bestimmten Zahl eine lustige Aufgabe zu erledigen ist. Würfeln kann also eine schöne Bescherung sein.

Der eigene Weihnachtsmarkt im Wohnzimmer

Vielerorts wurden wegen Corona die Weihnachtsmärkte abgesagt. Dabei ist der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt doch der Klassiker in der Adventszeit! Warum nicht mal eigene Stände im Wohnzimmer, in der Wohnung oder im Garten für einen Weihnachts-Flohmarkt aufbauen? Wir alle haben viele Dinge, die wir eigentlich nicht mehr verwenden, die aber Gäste und Freunde erfreuen können. Unter Einhaltung der Corona-Regeln kann so ein Weihnachtsmarkt zu Hause stattfinden. Für weihnachtliche Stimmung und Dekoration ist während der Adventszeit bereits gesorgt. Viele Leckereien lassen sich selbst backen. Auf den Duft nach Punsch, Glühwein, Schmalzkuchen oder Gebratenes muss auch in den eigenen vier Wänden nicht verzichtet werden. Und: Unsere Schränke und Schubladen leeren sich. Wollten wir nicht sowieso in diesem Jahr endlich die Dinge entsorgen, die bei uns überflüssig sind?

Jagd auf die Zuckerstange

Es werden drei bis zehn Mitspieler benötigt und immer eine Zuckerstange weniger als es Spieler sind. Benötigt wird ein Kartenspiel ohne Joker. Jeder Spieler erhält vier Karten. Die Zuckerstangen liegen in der Mitte des Tisches neben dem Kartenstapel. Wer gegeben hat, nimmt sich eine Karte vom Stapel. Der Geber beginnt und sucht eine Karte aus, die er nicht benötigt und gibt sie an den linken Nebenmann weiter. Der fährt ebenso fort mit seinem Nachbarn. Ziel des Spiels ist, ein vollständiges Quartett zu sammeln. Wer vier Karten hat, deckt auf und greift zur Zuckerstange. Alle anderen versuchen ebenfalls eine Zuckerstange zu ergattern. Wer keine erhält, scheidet aus. Achtung: Im Spiel ist immer eine Zuckerstange weniger als Mitspieler. Was für eine weihnachtliche Jagd!

Leichte Spiele mit und ohne Stift und Zettel

Das Weihnachts-ABC: Für dieses einfache Spiel werden nur ein Stift und ein Blatt Papier pro Spieler benötigt. Wie bei Stadt-Land-Fluss beginnt ein Mitspieler im Geiste das ABC aufzusagen und ruft “A”. Ein anderer Spieler sagt “Stopp”. Der Buchstabe, bei dem gestoppt wurde, ist nun ausschlaggebend für eine Auflistung von Weihnachtswörtern. Alle Mitspieler haben eine Minute Zeit, um so viele Weihnachtswörter wie möglich mit diesem Buchstaben zu notieren. Wer die meisten Wörter aufgeschrieben hat, hat gewonnen. Das Spiel lässt sich auch gut zum Auspacken der Geschenke verwenden: Wer gewonnen hat, darf auspacken.

Weihnachtliches “Wer oder was bin ich”: Für dieses Spiel werden ein Klebezettel und ein Stift benötigt. Jedem Mitspieler wird auf dem Zettel ein weihnachtliches Wort oder eine Person zugeteilt. Der Zettel wird an der Stirn befestigt, so dass der Spieler selbst nicht weiß, was auf dem Zettel steht. Der Reihe nach stellen die Spieler Fragen, die mit “Ja” oder “Nein” zu beantworten sind, um das unbekannte Wort auf dem eigenen Zettel zu erraten. Fragen wie “Habe ich einen weißen Bart” oder “Bin ich geschmückt” dürfen so lange gestellt werden, bis das erste “Nein” geantwortet wird. Dann kommt der nächste Spieler, bis alle ihre Person, den fiktionalen Charakter oder den Gegenstand erkannt haben. Allein der Anblick der Mitspieler macht Freude!

Der Weihnachtsmann packt seinen Koffer: Jeder kennt wahrscheinlich das Spiel “Ich packe meinen Koffer”. In dieser Variante wird nur das in den Koffer gepackt, was der Weihnachtsmann für seine Reise im Winter benötigt. Der erste Spieler beginnt und sagt beispielsweise: “Der Weihnachtsmann packt in seinen Koffer einen Schal”. Der nächste Spieler übernimmt den Satzanfang und das erste Wort und fügt ein weiteres weihnachtlich-winterliches Wort wie zum Beispiel „Wichtel“ hinzu. Wer ein Wort vergisst oder sich nicht mehr an ein Wort erinnern kann, scheidet aus. Sehr unterhaltsame Kommunikation.

Das Konzept „Voneinander Lernen“ passt besonders gut zur Weihnachtszeit. Foto: sommart

Fit bleiben mit Spielen

Spielen macht Spaß und verbindet. Hinzu kommt, dass das gemeinsame Spielen positive Effekte für Kinder und Erwachsene hat. Man lernt voneinander, unterstützt sich gegenseitig, löst zusammen Probleme, fördert das Lernen und das Gedächtnis. Bei älteren Menschen werden oft längst eingeschlafene Potenziale durch den Spielgeist wiedererweckt. Fantasie und Kreativität werden gesteigert. Geistige Fitness ist ein wichtiger Baustein, um Demenz vorzubeugen. Spiele wie das Geschicklichkeitsspiel Mikado fördern zum Beispiel die Feinmotorik. Während im Alltag oft wenig Zeit für gemeinsame Aktivitäten bleibt, sind die Weihnachtstage eine schöne Gelegenheit, um sich füreinander Zeit zu nehmen.

Anette Rietz

In diesem Sinne wünschen wir „Frohe Weihnachten!“

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

Im Handel ist eine große Anzahl an Spielen für Senioren erhältlich. Hierzu zählen:

  • Spielkarten mit besonders gut leserlicher Schrift und kontrastreichen Farben
  • besonders große und griffige Würfel
  • griffige Holzfiguren mit rauer Oberfläche
  • beliebte Brettspiel-Klassiker wie „Mensch ärgere Dich nicht“ oder „Dame“ sind auch extra für Senioren zugeschnitten erhältlich
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