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Neue Gerichte zaubern statt wegwerfen

Sack mit Essensresten aus Gemüse und Brot.
Essensreste sollten nicht unbedacht weggeworfen werden. Foto: AdobeStock/Echelon IMG
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Deutschland – Oft bleiben nach dem Essen Reste übrig. Um diese noch zu verwerten, fehlen häufig gute Rezeptideen. Trockenens Brot? Ab in die Tonne. Halt!  Laut der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) werden derzeit 1,3 Milliarden Tonnen essbare Lebensmittel unnötigerweise weggeworfen. Dies entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs. 

Auch trockene Brotscheiben lassen sich noch gut für köstliche Gerichte nutzen. Sie können für Semmelknödel oder auch für Croutons verwendet werden. Manche Gerichte sind etwas in Vergessenheit geraten. Hierzu gehören Arme Ritter, die aus altem Weißbrot sowohl süß als auch herzhaft serviert werden können. Die Armen Ritter gelten als Gericht für „einfache Leute“, da sie aus altem oder fast hartem Brot gemacht werden. Achten auch Sie darauf, keine Lebensmittel zu verschwenden?

Rezepttip: Arme Ritter

Altes Toastbroat wird in der Pfanne in Butter gebraten.
Foto: AdobeStock/Maksim Shebeko

Zubereitung:

  • 1 Ei und 100 ml Mich miteinander verquirlen (ausreichend für die Anzahl der Scheiben)
  • das halbtrockene Weißbrot in die Mischung hineintunken
  • Toastbrot in Butter oder Öl von beiden Seiten goldbraun braten
  • Süße Variante: Arme Ritter mit Zucker und Zimt bestreuen
  • Herzhafte Variante: Arme Ritter mit Schinken, Käse oder Tomaten belegen

Heiß servieren!

Ist der Kauf von Lebensmitteln mit ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum empfehlenswert?

Im Handel löst ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) kein Verkaufsverbot aus, denn die Produkte sind mit Erreichen des Datums nicht automatisch verdorben, informiert die Verbraucherzentrale Sachsen. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nur aus, wie lange ein Lebensmittel die vom Hersteller spezifizierten Eigenschaften, etwa Geschmack, Farbe oder Geruch, bei korrekter Lagerung mindestens aufweist. „Daher spricht nichts dagegen, diese Produkte in den Einkaufswagen zu packen und damit etwa 30 bis 50 Prozent zu sparen“, findet Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen. Viel wichtiger ist aber, dass man gleichzeitig dazu beiträgt, dass weniger Lebensmittelabfälle entstehen, die eigentlich vermeidbar sind. „Wichtig ist natürlich, dass man zu Hause gut plant, dass die Produkte möglichst schnell auf dem Tisch landen“, führt Dr. Brendel weiter aus.

Klassiker in der Resteküche

Reis: Übrig gebliebener Reis läßt sich sehr gut im Kühlschrank aufheben. Er schmeckt in warmer Suppe als Beilage. Statt Nudeln kann Reis auch gut im Salat beigefügt werden. Angebraten mit Gemüseresten schmeckt Reis besonders gut.

Obst: Überreifes Obst muß nicht weggeworfen werden. Haben Sie schon mal einen Smoothie versucht? Sie werfen das geschnittene Obst einfach in einen Mixer und pürieren es. Auch schlaffe Salatblätter eignen sich für das frische Trend-Getränk. Wer möchte, fügt noch etwas Milch oder Yoghurt hinzu. So wird der Smoothie etwas cremiger. Nicht mehr taufrisches Obst eignet sich ebenfalls für Blechkuchen, Marmelade oder Chutney.

Tipp für Wraps: Verwenden Sie Essensreste aus Fleisch, Gemüse, Ei, Käse oder Wurst für das Füllen der dünnen Teigfladen, die Sie zu Wraps aufrollen. Wärmen Sie die Reste in einer Pfanne an und verfeinern Sie den Inhalt mit etwas Yoghurt, Sahne oder Schafskäse. Anschließend füllen Sie den mittleren Teil der Teigfladen und rollen Sie diese zu einem Snack.

Anette Rietz

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

Die folgenden Tipps helfen, nachhaltiger einzukaufen:

  • Kaufen Sie saisonale und regionale Produkte. Erdbeeren im Winter sind eine tolle Abwechslung, verfügen aber über eine schlechte Ökobilanz, da der Transportweg lang ist außerhalb der Saison.
  • Industriell gefertigte Produkte enthalten viele Zusatzstoffe. Kaufen Sie daher frische Produkte. 
  • Kaufen Sie nur soviel ein, wie Sie tatsächlich brauchen. Ein Einkaufszettel hilft dabei.
  • Vermeiden Sie es, mit hungrigem Magen einkaufen zu gehen. Sonst landet oft mehr im Einkaufswagen, als Sie brauchen.
  • Achten Sie auf Qualität. Kaufen Sie lieber hochwertige Produkte, bei der Sie die Herkunft nachvollziehen können. Der eingeführte Nutri-Score hilft bei der Auswahl nach Qualität für eine gute Ernährung.
  • Verzichten Sie auf den Kauf von Tüten und nehmen Sie Ihre eigene Einkaufstasche mit.

Der besondere Tipp: Die App „Too good to go“ bietet betrieblichen Partnern wie Cafés, Restaurants, Firmen, Supermärkten oder Hotels die Gelegenheit, aus Lebensmittelüberschüssen Geschäft zu machen. Das Motto der Initiatoren der App: Rette Essen, schone die Umwelt. Kostenfrei angemeldete Nutzer der App haben so die Möglichkeit, in ihrem Umfeld günstige Lebensmittel zur Abholung zu finden. Die App funktioniert auf dem Smartphone oder dem Computer. Bezahlt wird vorab. Die Abholung erfolgt im jeweiligen Unternehmen in einem vorher festgelegten Zeitfenster von 15 Minuten. Mitmachen kann jeder. Über die Standort-Funktion finden Nutzer die registrierten Partner in der nach Kilometern individuell eingegrenzten Region. Konsumenten können sich bei Fragen zu Lebensmitteln und Ernährung von der Verbraucherzentrale Sachsen beraten lassen. Termine können unkompliziert online gebucht werden. Alternativ kann man auch beim Lebensmittel-Forum eine Frage stellen.

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