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Die Bretagne – Land der Sagen und der Schätze

Ältere Frau in regionaltypischer Tracht in der Bretagne in Frankreich.
Regionale Schönheit: Die handgefertigte Tracht wird von bretonischen Frauen an Feiertagen getragen. Foto: AdobeStock/ synto
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Frankreich – In Frankreichs nördlicher Region gibt es an einem Tag sehr viel Wetter. Von Regen bis Sonne ist alles dabei. Deshalb sollte, wer an der Küste spaziert, unbedingt ein wetterdichtes Cape bei sich haben. Und sonst noch? Einen Sinn für Entdeckungen – auch im Landesinneren, denn hier liegen echte Schätze. Und das gilt unabhängig jeder Altersgruppe. Denn die Bretagne eignet sich für Singles, für Pärchen, für Familien und die Altersgruppe, die ist egal. Denn ob Jung oder Alt – hier findet jeder Gast das passende für sich.

Apropos Schatz: Wer erinnert sich nicht an den Comic-Band „Der Sohn des Asterix” und daran, dass Obelix den Milchmann Appendix mit Hinkelsteinen bezahlte. Und zwar so: Der lustige Gallier wollte eine Kuh. Die stand auf einer Wiese und hinter sie stellte er Hinkelstein an Hinkelstein. Denken wir nicht darüber nach, welche Kraft Obelix verwenden musste. Die Formation ist noch heute sichtbar – ein Feld voller Steine nahe Carnac. Mehr als 3 000 dieser gewaltigen Brocken soll es in der Region noch geben.

Die beste Reisezeit

Von April bis in den Herbst hinein lohnt es sich besonders, das steinerne Meer unweit des Atlantiks zu besuchen. Mehr als 7 000 Jahre alt sollen sie sein und manche von ihnen bis vier Meter hoch. Der Volksmund sagt, es seien erstarrte Soldaten. Oder hatten gar Außerirdische ihre Hände im Spiel? Die megagroßen Lith-Steine stammen aus der letzten Stonehenge-Ära der prähistorischen Zeit und bildeten laut Archäologen den perfekten Ort für Pilger. Allein fünf beachtliche Großsteingräber gibt es in Locmariaquer, am Golf von Morbihan. Berühmt, weil weltweit der größte Menhir (bretonisch für Hinkelstein) der Welt ist der umgestürzte Grand Menhir brise. 20 Meter lang, also etwa die Höhe eines sechsstöckigen Hauses, und 350 Tonnen schwer ist er. Wie er an Ort und Stelle kam? Ein Mysterium, was noch jeden Besucher heute fasziniert. Übrigens: Ein Hinkelstein wurde früher auch Hünenstein genannt. Also muss – ganz klar – Obelix stark wie ein Riese gewesen sein, als er in seiner Heimat den Tausch aushandelte.

Spaziergang mit Weitblick-Garantie

Die Küste der Bretagne misst an die 2 500 Kilometer, 1 200 davon begrenzen in der Region Finistère das Land vom Wasser. Diese Küsten-Wanderwege gehören zu den schönsten Frankreichs. Schroff und zergliedert, von Wind und Meer angenagt, wechselt sich der Stein mit feinstem weißen Sand ab, münden Flussläufe in den Atlantik und mischen Süß- mit Salzwasser, was der regionalen Auster einen Haselnussgeschmack verleiht. Dazu ein Muscadet, vielleicht auch einen prickelnden Cidre aus einer typisch bretonischen Tasse, und die Welt ist in Ordnung. So muss Urlaub riechen, schmecken und sich anfühlen.

Einen Augenblick bitte: Pont-Aven

Die Liebe hat einen Namen – Pont-Aven. Denn hier küsst die Natur die Architektur und alles zusammen die Seele des Künstlers. Wo einst 14 Mühlen aktiv waren, schlängelt sich der Fluss Aven durch den Ort und gibt ihm zugleich etwas Friedvolles. Kleine Brücken verbinden die Ufer und erleichtern die Entdeckertour. Als Paul Gauguin im 19. Jahrhundert hier drei Sommer verbrachte, muss er schier in Entzückung geraten sein. Nicht ohne Grund wird der Maler genau hier viele seiner berühmten Werke erschaffen haben. Oberhalb des Liebeswäldchens „Bois d’Amour“, inmitten eines wundervollen Eichen- und Buchenwaldes, birgt die Kapelle von Trémalo ein mehrfarbiges Kruzifix im Kirchenschiff. Ein schier avantgardistisches Stück, ist doch der Christus gelb. Ein weltberühmtes Meisterwerk von Gauguin. Ab 1860 suchten Maler in Pont-Aven nach Motiven. Die Künstlergruppe „Schule von Pont-Aven“ entstand, unter Leitung von Gauguin. Und noch heute sieht man Künstler mit ihren Staffeleien im Bois d’Amour Wäldchen oder direkt am Fluss. Ihre Arbeiten werden in den zahlreichen Galerien repräsentiert. Die „alte“ Kunst jedoch gibt’s im Stadtzentrum in einem Museum zu sehen. Und die inspirierenden, natürlichen Orte, sind auf einer Wanderroute ausgewiesen.

Zerklüftet, Ebbe und Flut – so präsentiert sich der Strand im Département Finistère.Die Natur ist rau. Die Wege am Meer von Finistère sind sehr abwechslungsreich und bequem zu wandern. Foto: Katrin Fiedler
Überall in der Region gibt es kleine Märkte mit regionalen ProduktenBuntes Markttreiben und regionale Produkte sind in jedem kleinen Ort zu finden. Foto: Katrin FiedlerAustern werden in der gesamten Bretagne gezüchtet.Ein Leckerbissen, vor allem direkt beim Fischer. Einfach nach „Huîtres creuses“ fragen und genießen. Foto: Katrin FiedlerHier klickenDie Gralskirche von Tréhorenteuc ist ein historisches wie auch architektonisches Kleinod.Stein für Stein wurde in der Hochbretagne die legendäre Gralskirche von Tréhorenteuc aufgebaut. Foto: Katrin FiedlerDer Wald von Brocéliande ist die Wiege vieler Legenden. Auch der Zauberer Merlin ist hier verewigt.Zwischen Heide und Weihern ist der magische Ort der Fee Viviane, des Zauberers Merlin und Ritters Lancelot. In Brocéliande weisen Tafeln darauf hin. Foto: Katrin FiedlerObelix und sein Gefährte Asterix stammen aus der Bretagne.Die Bretonen lieben ihren Obelix. Kein Wunder, dass er auch Briefkästen ziert. Foto: Katrin Fiedler
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Der Wald von Brocéliand

Westlich von Rennes, im Landesinneren, liegt der Wald von Paimpont. Auch hier gibt es viele Megalith-Steine, die genauso wie das reichlich vorhandene Wasser von den Kelten als Kultstätte genutzt wurden. Brocéliande wird der Wald auch genannt und das wiederum hängt mit König Artus zusammen. Auf einer kurzen Wanderung durch diesen dunklen Wald kann sich niemand dem Zauber der Artus-Sage entziehen. Denn an zahlreichen Orten entfaltet sich die ganze Geschichte aus der Tafelrunde und schnell ist man sich sicher, das eben hier die Zutat für den berühmten Zaubertrank der Gallier gefunden wurde: der Mistelzweig. Seit 1820 verehren die Menschen im Osten dieses Waldes die Grabstätte Merlins. Nur wenige Schritte entfernt gurgelt die Quelle der Jugend. Oberhalb des Tals ohne Wiederkehr soll sich das Grab von Fee Viviane befinden, der Geliebten Merlins. Wer sich im Wald westlich hält, kommt am Feenspiegel vorbei. Fast scheint es, als ob Lancelot auf dem Grund dieses Sees seinen Kristallpalast errichtet hat. Tipp: Zum Tal ohne Wiederkehr gehört auch das einsam gelegene Dörfchen Tréhorenteuc mit einer einzigartigen Kirche. Priester Henri Gillard war es, der die dem Verfall preisgegebenen Kirche neues Leben einhauchte. Er begann 1942 mit der Sanierung und der Verbindung von glaube und Mythos. So spiegelt sich die Artus-Legende nicht nur im großen Glasfenster im Kirchenchor wider. Wer das Gotteshaus verlässt, liest unter dem Dach der „Gralskirche“ den Satz: „La porte est en dedans“ – „Die Tür ist innen drin“.

Katrin Fiedler

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