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Sinnes-Tour auf dem Johannisfriedhof

Leckereien am Grab: Verwaltungsleiterin Beatrice Teichmann (46) mit dem Tell-Apfel aus Schokolade an der Ruhestätte seines Erfinders Heinrich Vogel (1844-1911). Foto: Petra Hornig
Thema:Johannisfriedhof bietet außergewöhnliche Führungen für alle Sinne an Foto: Beatrice Teichmann (46)Friedhofsleiterinmit Tell-Schokoladenapfel vor dem Grab von Heinrich Vogel 07.06.2022 Petra Hornig
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Dresden – Intensives Riechen, Schmecken und Hören – das klingt nach Genuss. Der findet allerdings nicht im edlen Restaurant mit musikalischer Begleitung statt. Sondern zwischen den Gräbern auf dem Johannisfriedhof. Auf einer außergewöhnlichen Tour über den Friedhof werden Gäste verführt.

Es klingt makaber, hat aber einen ernsten Hintergrund. „Viele Menschen gehen nur auf den Friedhof, wenn sie müssen. Dabei ist es ein wunderschöner Ort mit reicher Geschichte und auch viel Natur“, sagt Martin Kaden (57) vom Freundeskreis Trinitatis- und Johannisfriedhof. „Wir wollen die Leute sensibilisieren und den Friedhof interessant machen.“

Die Idee

„An den Gräbern von sieben herausragenden Unternehmern werden deren Lebensgeschichten erzählt und Produkte gezeigt, die uns Dresdnern Genuss in vielen Varianten beschert haben. Einige Artikel werden noch heute hergestellt“, sagt Verwaltungsleiterin Beatrice Teichmann (46).

 „Wahrer Genuss ist unsterblich.“ So können Gäste beispielsweise am Grab von Heinrich Vogel (1844-1911) von dessen berühmtester Erfindung naschen, dem Tell-Apfel aus Schokolade. Worcester Sauce mit Toast wird am Grab von Carl Schmieder (1879-1945) verköstigt. An der Ruhestätte von Georg Anton Jasmatzi (1846-1922) können Besucher Tabak riechen. Seine Marken „Cheops“, „Ramses“ und „Hellas“ waren weltbekannt.

Eines der berühmtesten Gräber ist das von Karl August Lingner (1861-1916), dem Erfinder des Odol-Mundwassers, das es bis heute zu kaufen gibt.

Einen Rundgang für die Sinne können Sie auf dem Johannisfriedhof erleben.

Schmecken lassen: Martin Kaden (57) vom Freundeskreis Trinitatis- und Johannisfriedhof am Grab von Carl Schmieder (1879-1945), wo zur Führung Worcester Sauce mit Toast probiert werden kann.

Fotos: Petra Hornig

Das Angebot

Neben den Entdeckungen und Geschichten, sind im Tour-Angebot auch eine Weißweinprobe, Live-Musik vom E-Piano, und natürlich darf auch das Odol-Mundwasser Karl August Lingners (1861-1916) nicht fehlen.

Die ersten beiden Touren (je 90 Minuten) fanden bereits im Juni statt. Teilnahme: 15 Euro.

Über das Interesse war der Freundeskreis sehr erstaunt. „Wir hatten einen riesigen Zulauf“, berichtet Beatrice Teichmann. Deshalb möchte sie hier die Gelegenheit nutzen und all jene Menschen aufrufen, die sich für Grabbepflanzung, Friedhofsgeschichte sowie Bestattungskult interessieren, beim Freundeskreis unter E-Mail [email protected] zu melden. Denn es werden noch tatkräftige Mitglieder gesucht. Was der Freundeskreis leistet, können Sie auf der Internetseite nachlesen.

Tipp: Für nächstes Jahr sind weitere Sinnes-Touren auf dem Johannisfriedhof geplant!

Hermann Tydecks, Katrin Fiedler

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