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Hausbesuch bei DEFA-Trickfilm-Legende

Günter Rätz sitz am Schreibtisch
Noch immer arbeitet Günter Rätz (86) in seiner Werkstatt an Puppen für neue Werke und für seinen letzten großen Streifen. Foto: Norbert Neumann
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Dresden – Er rührte Millionen Menschen mit seinem Schaffen, erweckte unzählige Puppen zum Leben: DEFA-Trickfilm-Legende Günter Rätz (86) drehte mehr als 60 Animationsfilme in der DDR, darunter Streifen wie „Die fliegende Windmühle“ und „Die Weihnachtsgans Auguste“. Heute lebt der Filmemacher in Omsewitz und feilt noch immer an Puppen für neue Werke.

An der Eingangstür hängt und grüßt – wie könnte es anders sein – eine Teddybär-Puppe. In dem Häuschen mit prächtigem Garten will Rätz mit seiner Lebenspartnerin Ilse Stöbe (82) das Leben genießen, so wie es die anstrengenden Dialyse-Sitzungen und Insulin-Spritzen zulassen. Es gehe ihm nicht besonders, sagt er. Doch nur rumsitzen oder sich ausruhen ist nicht sein Ding, war es noch nie.

11.05.2022 / Dresden Trickfilm-Legende Günter Rätz 86 mit Frau Ilse Stöbe 82 im Garten

“Handwerker“ Rätz arbeitet heute auch am Computer für seine Filme, obwohl es schwer fällt.

Bis heute bewahrt er Puppen wie die Weihnachtsgans „Auguste“ zu Hause auf.

Der Trickfilm-König in den 80er-Jahren bei der Arbeit an „Die Spur führt zum Silbersee“.

Fotos: Norbert Neumann (3), Deutsches Institut für Animation (1)

Alles begann mit einem Teddy

Der gebürtige Berliner lernte Maurer, wechselte dann zur DEFA in Babelsberg, bekam eine Stelle als „Puppenführeranlernling“, wie er sagt. 1954 zog er nach Dresden, animierte dort seinen ersten eigenen Puppentrickfilm „Teddy Brumm“. Bis zur Wende und nach dem Aus für das Trickfilmstudio in Dresden begeisterte er noch viele Menschen, schuf etwa die Drahtfiguren „Filopat und Patafil“ (1962), drehte „Die Spur führt zum Silbersee“ (1990).

Auch heute noch bewahrt er originale Puppen wie seine Auguste in seiner Werkstatt auf, in der er noch immer tätig ist. „Ich bin ein Mensch, der ohne Arbeit nicht sein kann“, sagt er. Und so schnitzt, klebt, malt er an neuen Puppen-Köpfen für seinen Film „Pole Poppenspäler“. Schon einige Jahre arbeitet er an diesem Traum, seinem letzten großen Animationsfilm. Dafür nutzt er sogar einen Computer. „Ohne ging es früher schneller. Es war einfacher. Aber auch teurer“, schmunzelt er. „Der Film wird noch einige Zeit dauern. Der Weg ist mein Ziel.“

Tipp: In einem Buch verrät der Trickfilm-König Interessantes über sein Leben – Volker Petzold: „Von der Hand zur Puppe. Ein Leben für den Trickfilm. Im Gespräch mit Günter Rätz“.

tyx

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