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Gute Aussichten für Rentner

Wenn die Renten steigen, freuen sich die Senioren. In diesem Jahr wird das der Fall sein. Foto: 123rf/Ijupco

Deutschland – So vielfältig wie Deutschland ist, so unterschiedlich sind die Renten. Lesen Sie hier zehn interessante Aussagen zum Thema:

1. Deutliches Rentenplus für alle

Die Standardrente ist mit den Jahren immer weiter gestiegen. Im Osten lag sie im Jahr 2017 bei 1.336 Euro, im Jahr 2022 waren es 1.598 Euro. Im Westen stieg sie in diesem Zeitraum von 1.396 Euro auf 1.621 Euro. Die Standardrente wird anhand eines idealisierten Versicherten ermittelt, der nach 45 Beitragsjahren mit durchschnittlichem Verdienst in den Ruhestand tritt. Bis zum Jahr 2024 soll sie im ganzen Bundesgebiet dieselbe Höhe erreichen. Über eine der stärksten Anpassungen durften sich Senioren im Juli 2022 freuen. Die Renten im Osten stiegen um 6,12 Prozent, im Westen um 5,35 Prozent. Für den nächsten Juli wurde eine Erhöhung von 4 beziehungsweise 3,5 Prozent angekündigt.

Da die Zahl der Beitragszahler immer weiter zugenommen hat, konnte der Beitragssatz zur Rentenversicherung seit Jahren auf nahezu demselben Niveau bleiben. Im Jahr 2022 beträgt er 18,6 – und damit nicht mehr als Mitte der 90er-Jahre und weniger als zur Jahrtausendwende.

2. Rentenhöhe hängt vom Wohnort ab

Senioren im Saarland können sich glücklich schätzen. Sie beziehen deutschlandweit die höchste Altersrente. Nach 35 Versicherungsjahren kommen sie im Durchschnitt auf 1.593 Euro brutto im Monat. Sachsen landet im Bundesvergleich mit einer durchschnittlichen Rente von 1.364 Euro auf einem der hinteren Plätze. Schlusslicht ist Thüringen. Wie der Rentenatlas 2022 der Deutschen Rentenversicherung zeigt, sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern erheblich.

Zu den vergleichsweise hohen Renten an der Saar sowie an Rhein und Ruhr heißt es im Atlas: „Früher arbeiteten hier viele Männer in gut bezahlten Jobs im Bergbau und erhalten heute darauf vergleichsweise hohe Renten.“ Auch in Ost-Berlin, das separat betrachtet wird, sind die Bezüge im bundesweiten Vergleich hoch. Grund sei ein großer Anteil von Rentnern mit Ansprüchen aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der DDR.

3. Frauen bekommen weniger

In allen Regionen Deutschlands erhalten Frauen weniger Rente als Männer – die Unterschiede sind jedoch nicht gleich groß. Die Differenz zwischen den Durchschnittsrenten im Osten fällt geringer aus als im Westen. Vor allem liegt das daran, dass die Frauen in der DDR weniger teilzeitbeschäftigt waren, heißt es im Rentenatlas. Folglich kamen die Frauen beim Einkommen eher auf ein mit männlichen Kollegen vergleichbares Niveau.

In Sachsen erzielen Frauen im Schnitt aktuell 264 Euro brutto weniger im Monat als Männer. In Nordrhein-Westfalen beträgt der Unterschied dagegen 510 Euro.

4. Dauer des Rentenbezugs stagniert

Weil die Deutschen immer länger leben, beziehen sie entsprechend auch ihre Rente deutlich länger als noch vor 50 Jahren. Männern wurde 2021 durchschnittlich 18,5 Jahre lang Rente überwiesen, bei Frauen waren es 22 Jahre. Zum Vergleich: 1971 bekamen Männer in Westdeutschland im Schnitt 10,5 Jahre Rente, Frauen erhielten die Zahlung durchschnittlich 13 Jahre.

Allerdings: Die Dauer des Rentenbezugs steigt nicht mehr so stark an und stagnierte zuletzt sogar. „Hier wirkt sich vor allem die Anhebung der Altersgrenzen auf den Rentenbeginn aus“, erläutert die Deutsche Rentenversicherung.

5. Rentenbeginn verschiebt sich

Im Jahr 2000 waren Frauen im Schnitt 62,3 Jahre und Männer 62,2 Jahre alt, als sie das erste Mal ihre Rente in Anspruch genommen haben. Vergangenes Jahr waren sie deutlich älter – und zwar Frauen 64,2 und Männer 64,1 Jahre. Die Deutschen gehen also immer später in den wohlverdienten Ruhestand. Die Rentenversicherung erklärt das so: Anders als heute nutzten in der Vergangenheit viele eine vorgezogene Altersrente teils schon mit 60 – und zwar für Frauen und wegen Arbeitslosigkeit. Ein weiterer Grund: Die Grenze für die Regelaltersrente steigt bis zum Jahr 2029 schrittweise auf 67 Jahre.

6. Immer mehr Beitragszahler

Im Jahr 2020 zählte die Rentenversicherung 56,8 Millionen Beitragszahler. Rund 39 Millionen davon waren aktiv versichert. Dazu gehören 32 Millionen Beschäftigte, 3,7 Millionen Hartz-IV-Empfänger und 3,6 Millionen Minijobber. Einen kleineren Anteil machen häusliche Pflegepersonen, Selbstständige oder auch Empfänger von Arbeitslosengeld aus. Die Zahl aktiv Versicherter steigt stetig. Zwischenzeitlich hatte aber der Wegfall von Jobs zu Pandemiebeginn zu einem leichten Rückgang geführt.

Passiv versichert waren im Jahr 2020 rund 17,7 Millionen Menschen. Dazu zählen unter anderem Hausfrauen nach dem Ablauf der Kindererziehungszeit.

7. Ausländer finanzieren Rente mit

Noch nie haben so viele Ausländer in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt. Ende 2020 waren es rund sieben Millionen. Allein eine Million Versicherte stammen aus der Türkei. 560.000 kommen aus Polen und 463.000 aus Rumänien. Erheblich dazu beigetragen hat laut Rentenatlas der leichtere Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

8. Erwerbsminderungsrenten steigen

Die Höhen der Erwerbsminderungsrenten haben sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Im Durchschnitt lag der Bruttobetrag bei einer erstmaligen Auszahlung im Jahr 2021 bei 1.028 Euro. Im Jahr 2016 waren es dagegen 777 Euro. Als Gründe nennt die Rentenversicherung die jährlichen Rentenanpassungen, die auch für Erwerbsminderungsrenten gelten, sowie die Ausweitung der Zurechnungszeit.

Seit 2019 werden Erwerbsminderungsrentner so gestellt, als hätten sie bis zur Regelaltersgrenze gearbeitet. „Außerdem wirken sich (gesundheitsbedingte) Einkommensminderungen in den letzten vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung nicht mehr rentenmindernd aus“, erklärt die Rentenversicherung.

9. Millionen fließen ins Ausland

Knapp 1,72 Millionen Renten flossen 2021 ins Ausland. Mehr als 85 Prozent gingen an ausländische Staatsangehörige, die durch ihre Beitragszahlungen einen Anspruch erworben haben. Das gilt vor allem für Italiener, Spanier, Griechen, Kroaten, Franzosen, Österreicher und Türken. Knapp 15 Prozent der Auslandsrenten wurden an Deutsche mit festem Wohnsitz im Ausland gezahlt. Hier hatte Österreich den höchsten Anteil mit über 28.000 Renten.

10. Bilanz so gut wie ausgeglichen

Im Vergleich zu den 90er-Jahren nimmt die Rentenversicherung deutlich mehr ein, gibt aber auch deutlich mehr aus. Die jährlichen Steigerungen der Löhne und Gehälter sowie die zunehmende Beschäftigung lassen die Beitragszahlungen steigen. Demgegenüber stehen höhere Ausgaben für die Rentenanpassungen. Aber auch die Einführung der Mütterrente und der abschlagsfreien „Rente ab 63“ führten zu Mehrausgaben, wie es im Rentenatlas heißt.

Insgesamt hat die Deutsche Rentenversicherung im vergangenen Jahr 347,7 Milliarden Euro eingenommen. Davon waren 262,6 Milliarden Euro Beitragszahlungen. Die Gesamtausgaben lagen bei 346,5 Milliarden Euro.

Kornelia Noack

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