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Sekt Schloss Wackerbarth
Dieser Sekt von Schloss Wackerbarth wird auf der Hangterrasse ebenso getrunken wie auf diplomatischem Parkett. Fotomontage: Ulrich van Stipriaan

Ganz diplomatisch!

Einmal Schampus schlürfen wie bei Diplomatens! Wer sich das wünscht, hat schon verloren – denn Schampus schlürft man nicht! Die großen Schalen, aus denen Champagner oder Sekt so gerne getrunken wird, verführen zwar dazu, sind aber denkbar ungeeignet: die vielen kleinen Bubbles sind im Nu weg und fehlen beim Trinken! 

Warum die Schalen dennoch so beliebt sind? Weil Champagner immer auch sehr viel mit Marketing zu tun hat und man da gerne mit befremdlichen Geschichten spielt. Nicht umsonst nennt man sie in Frankreich Coupé, denn angeblich soll der erste Champagner-Coupé, der im 18. Jahrhundert hergestellt wurde, der linken Brust von Marie Antoinette nachempfunden sein. Und weil linke Frauenbrüste offenbar für derlei exzentrische Dinge prädestiniert sind, hat sich auch das Supermodel Kate Moss partiell hingegeben und vor zehn Jahren für ihr 25jähriges Bestehen in der Modebranche einen Champagner-Coupé auf Moss‘ linker Brust modellieren lassen.

Ich trinke dennoch nicht gerne aus Coupés, aber auch nicht aus diesen engen Flöten. Ich bevorzuge ein tulpenförmiges Champagnerglas (mit Bauch und oben verjüngt – was Glas und Trinker eint). Die Franzosen nennen das „chouchou“, was irgendwie passend klingt. Muss man so ein spezielles Glas haben? Nein: ein ordentliches Weißweinglas geht auch!

Ins Glas kommt bei mir dieses Mal auch kein Champagner – aber dennoch was sehr Gutes! Und etwas, das Gäste der 154 deutschen Botschaften, 50 Generalkonsulate und 7 Konsulate demnächst dort genießen können: ein Sekt von Schloss Wackerbarth. Er steht in einer Empfehlungsliste mit 23 Weinen und vier Sekten, die das Auswärtige Amt (AA) und das Deutsche Weininstitut (DWI) aus 420 Weinen ausgesucht hatten. Sie kommen bei offiziellen Anlässen wie Empfängen oder Banketten der Auslandsvertretungen rund um den Globus zum Einsatz.

Der 2018 Pinot brut vereint die drei Burgundersorten Grauburgunder, Weißburgunder und (weiß gekelterten) Spätburgunder. Das brut deutet darauf hin, dass der Sekt vollkommen durchgegoren ist – die Regeln bei deutschen Schaumweinen sind da etwas irritierend: wo trocken drauf steht, ist nämlich reichlich Restzucker drin (bis zu 32 Gramm pro Liter). 

Was hier aus der Flasche (eine Sachsenkeule!) kommt, ist aber furztrocken und verströmt erst einmal einen intensiven Duft! Wer riecht noch reifen Apfel, wer Mirabelle, wer einen Hauch von Himbeere? Alles drin. Es perlt ganz aufregend schön im Glas, da machen sich mehr als 47 Monate Hefelager und traditionelle Flaschengärung bemerkbar. Sehr viel anders machen sie’s in der Champagne auch nicht – aber nur dort darf man das Ergebnis eben Champagner nennen. Natürlich habe ich nicht nur gerochen, auch nicht nur vornehm nippend probiert: nach einem ordentlichen Schluck lautete das erste spontane Urteil: grandios gut! Und erst danach lobte ich, etwas differenzierter, die komplexe Aromenvielfalt und attestierte dem Sekt, dass er sehr animierend sei…

Der 2018 Pinot brut vom Sächsisches Staatsweingut Schloss Wackerbarth kostet im Weingut 19 Euro. Erhältlich vor Ort oder im Onlineshop unter www.schloss-wackerbarth.de.

Unser Autor Ulrich van Stipriaan ist bekennender Genussmensch. Seine profunde Weinkenntnis ist im Podcast „Auf ein Glas“ zu hören. Ebenfalls unter stipvisiten.de finden sich Reiseberichte, Restaurantkritiken, Beiträge über Wein und Winzer.

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