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Rentner telefoniert und arbeitet am Computer
Vorsicht, Telefonbetrug! Überweisen Sie auf keinen Fall Geldbeträge. Foto AdobeStock

Schutz vor Telefonbetrug

Egal ob alt oder jung – Niemand ist davor gefeit, dass ein Betrüger am Telefon versucht, an Ihr Geld, Schmuck oder andere Vermögenswerte zu gelangen. Dafür geben sie sich am Telefon als Familienangehörige, Polizisten, Staatsanwälte, Ärzte oder Bankmitarbeiter aus. Sie alle versuchen, ihre potenziellen Opfer mit psychologisch geschickter Gesprächsführung zu täuschen. Hinter diesen Anrufen verbergen sich die hinterhältigsten Lügengeschichten. 

Doch Sie sind diesen Betrügern nicht hilflos ausgeliefert. Die Polizei Sachsen erklärt die vier wichtigsten Taktiken der Betrüger und wie Sie sich davor schützen können. 

Taktik 1: Messenger-Betrug

„Hallo Mama, das ist meine neue Handynummer….“ So oder ähnlich beginnt diese Masche. Sie erhalten von einer unbekannten Telefonnummer eine Nachricht über einen Messenger-Dienst. Die Täter geben sich als Familienangehörige aus, geben vor die Telefonnummer habe sich geändert, weil das alte Handy kaputt sein. Sie werden dann gebeten, die neue Nummer zu speichern und die alte zu löschen. Unter dem Vorwand, das eigene Onlinebanking funktioniere wegen der neuen Telefonnummer noch nicht, werden sie um eine Geldüberweisung gebeten. Die entsprechenden Daten werden Ihnen übermittelt. 

So schützen Sie sich:

  • + Kontaktieren Sie Ihre Angehörigen über die altbekannte Telefonnummer.
  • + Überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Bankverbindungen.
  • + Tätigen Sie keinen Blitzüberweisungen.
  • + Sollten Sie bereits Geld überwiesen haben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank oder Sparkasse. Vielleicht lässt sich die Überweisung noch stoppen. 
  • + Übernehmen Sie keine neuen Telefonnummern ungeprüft in Ihre Kontaktliste
  • + Blockieren Sie unbekannte, verdächtige Kontakte.
  • + Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei. 

Taktik 2: Schockanrufe

Variante Unfall: Ihr Kind oder Enkelkind habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem es Schwerverletzte oder gar tödlich Verunglückte gegeben habe. Um eine Haftstrafe abzuwenden, müsse eine Kaution hinterlegt werden. 

Variante Erkrankung: Der Anrufer gibt sich als Arzt oder Krankenhauspersonal aus und berichtet, dass ein Familienmitglied lebensbedrohlich erkrankt sei und ein Medikament aus dem Ausland beschafft werden muss. Dafür muss ein hoher Geldbetrag gezahlt werden.

Schockanrufe sind besonders hinterhältig, denn sie setzen die Angerufenen unter Druck und in Panik. Der Anrufer meldet sich oft aufgelöst und mit weinerlicher Stimme, um Sie in Angst und Sorge zu versetzen. 

Das sollten Sie wissen:

  • + In Deutschland verlangen Polizei oder Justiz niemals eine Kaution.
  • + Amtspersonen bitten niemals um Bargeld oder Wertsachen.
  • + Ärztliche Behandlungen oder Medikamente sind nie von einer Vorauszahlung abhängig.

So schützen Sie sich: 

  • + Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte. Überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Bankverbindungen.
  • + Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. 
  • + Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten. Legen Sie einfach auf.
  • + Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei. 

Taktik 3: Falscher Polizist

Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus und berichten von Einbrüchen in der Nachbarschaft. Man habe bei einem Täter eine Liste mit weiteren Einbruchszielen gefunden, auf der auch Ihr Name stehe. Der Anrufer kündigt an, ein Polizeikollege werde (meist in Zivilkleidung) vorbeikommen und Ihre Wertsachen abholen, um sie sicher im Revier zu verwahren. Manchmal bitten die Betrüger auch, Geld oder Wertsachen an einem öffentlichen Ort einem Kurier zu übergeben. 

Vorsicht: Bei dieser Betrugsmasche nutzen die Täter eine spezielle Technik, bei der auf dem Display die Polizeinummer 110 oder eine andere örtliche Nummer angezeigt wird, warnt die Polizei Sachsen. 

Das sollten Sie wissen: 

  • + Die Polizei ruft nie mit unterdrückter Nummer oder Notruf 110 an. 
  • + Die Polizei fragt am Telefon niemals nach Bargeld oder Wertgegenständen. 
  • + Die Polizei nimmt niemals Bargeld oder Wertgegenstände zur Aufbewahrung entgegen.

So schützen Sie sich:

  • + Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. 
  • + Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte.
  • + Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten. Legen Sie einfach auf.
  • + Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei. Nutzen Sie nicht die Rückruftaste, sondern wählen Sie selbst die 110. 

Taktik 4: Falsche Gewinnversprechen

„Sie haben gewonnen“ – so lautet die frohe Botschaft, hinter der jedoch ein Betrug steckt. Die Anrufer geben sich als Notare oder Rechtsanwälte von Gewinnspielunternehmen aus und kündigen einen großen Geld- oder Sachpreis an. Um diesem zu erhalten, müssten Sie jedoch erst in Vorleistung gehen – zum Beispiel für Bearbeitungs- oder Zollgebühren. Sie werden aufgefordert, das Geld auf ein zumeist ausländischer Konto mittels Bargeldtransfer zu überweisen, in bar zu übergeben, eine kostenpflichtige Telefonnummer anzurufen oder an einer Verkaufsveranstaltung teilzunehmen. Häufig fordern Betrüger ihre Opfer auf, Gutscheinkarten an Tankstellen oder im Handel zu erwerben. Die Betrüger erfragen die Gutscheinnummer – und kaufen dann selbst ein. 

Vorsicht: Überlegen Sie, ob Sie an einem Gewinnspiel teilgenommen haben. Ein echter Gewinn ist nie an Vorauszahlungen oder Bedingungen geknüpft.

So schützen Sie sich:

  • + Geben Sie niemals Geld aus, um einen angeblichen Gewinn zu erhalten.
  • + Klicken Sie auf keine Links und rufen Sie keine (kostenpflichtigen) Telefonnummern zurück.
  • + Geben Sie unbekannten keine persönlichen Informationen weiter.
  • + Kaufen Sie keine Gutscheinkarten (PaySafeCard) für Unbekannte und geben Sie die Kartennummer (PIN) nie an Fremde weiter.
  • + Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei. 

Das rät die Polizei Sachsen außerdem:

  • + Melden Sie sich am Telefon bei unbekannten Nummern nur mit „Hallo“.
  • + Ändern Sie Ihren Telefonbucheintrag. Kürzen Sie Ihren Vornamen ab oder lassen Sie ihn streichen. Denn der Name kann Rückschlüsse auf Ihr Alter geben. 
  • + Sprechen Sie mit Angehörigen über Betrugsanrufe.
  • + Falls Sie auf einen Trick hereingefallen sind, schämen Sie sich nicht. Wenden Sie sich umgehend an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. 

SZ-Lebensbegleiter-Tipp

Umfassende polizeiliche Beratung erhalten Sie unter www.polizei-beratung.de und in den Beratungsstellen der einzelnen Polizeidirektionen.

Polizeidirektion Chemnitz – Telefon 0371 387-2990

Polizeidirektion Dresden – Telefon 0351 483-2243

Polizeidirektion Görlitz – Telefon 03581 650-502 oder 507

Polizeidirektion Leipzig – Telefon 0341 9604-951

Polizeidirektion Zwickau – Telefon 0375 560853-301

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