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Ein Großvater hilft seinen Enkeln Geld sparen. Münzen werden in ein Sparschwein geworfen. Foto: AdobeStock/JenkoAtaman
Frühzeitig sparen lernen: Großeltern können für die Kleinsten vorsorgen und ihnen zeigen wie Sparen funktioniert. Foto: Adobe Stock /JenkoAtaman

So sparen Sie kräftig für Ihre Enkel 

Dresden – Geht es um die Zukunft der Enkel, möchten viele Großeltern ordentlich vorsorgen. Doch welche Wahl aus den Optionen Festgeld, Fonds oder andere Optionen ist die richtige? Bei unserem Telefonforum haben Finanzprofis* Strategien erläutert, um Ihnen bei dieser wichtigen Aufgabe zu helfen. Antworten gaben Frank Schöndorf vom Deutschen Fondsverband BVI und Peter Klipp von Finanztest auf folgende Fragen:

Ist ein Aktienfondsplan die Lösung bei einem 10-Jahres-Sparprogramm? 

Fassen Sie diese Option ins Auge, sollten Sie zwei Möglichkeiten beachten: Sie können entweder ein Depot auf Ihren Namen oder ein Wertpapierdepot für Minderjährige auf den Namen des Enkels eröffnen. Aber Achtung bei Option Nummer 2: Ist das Geld einmal eingezahlt, dann können Sie nicht mehr ohne Weiteres darüber verfügen. 

Meine Enkel sind zwei und drei Jahre alt. Wenn sie volljährig sind, sollen Sie das Ersparte erhalten. Was schlagen Sie vor? 

Für langfristige Anlagen, wie bei einem Sparplan für Ihre Enkel, könnten Aktienfonds die beste Wahl sein. Mit einer durchschnittlichen Rendite von rund sieben Prozent pro Jahr in den letzten 15 Jahren bieten sie attraktive Ertragsaussichten.  

Ich habe vor einigen Jahren einen Fondssparplan für meinen Enkel angelegt. Jetzt, wo alles so teuer geworden ist, kann ich das kaum durchhalten.

Machen Sie sich keine Sorgen. Sie können problemlos weniger einzahlen oder für einige Zeit aussetzen und später wieder weitermachen. Ein Sparplan ist sehr flexibel. Sie können auch aufhören und das Geld liegenlassen, bis es Ihr Enkel bekommen soll. 

Wegen des geringeren Risikos tendiere ich zu Mischfonds statt zu Aktienfonds. Wäre das eine Variante für meinen Enkel?

Gemischte Fonds haben in der Regel geringere Schwankungen, denn Sie investieren sowohl in festverzinsliche Wertpapiere als auch in Aktien. Der Fondsmanager kann den Schwerpunkt je nach Lage an den Kapitalmärkten ändern. Dennoch sollten Sie erwägen, eher einen Sparplan für einen Aktienfonds abzuschließen. Hier sind die kurzfristigen Schwankungen zwar größer, die langfristigen Ertragsaussichten aber ebenfalls. Es ist eine Bauch-Entscheidung, mit der Sie sich wohlfühlen müssen. 

Ich hatte für meine drei Enkel Sparbücher angelegt. Die sind nach der Niedrigzinsphase fast ohne Verzinsung. Gibt es Alternativen bis zur Volljährigkeit?

Legen Sie das Geld in Festgeld an. Vergleichen Sie dafür im Internet oder bei Finanztest die Konditionen verschiedener Anbieter. Drei bis vier Prozent Zinsen sollten je nach Anlagedauer drin sein. 

Ich habe vor Jahren Anteile an einem Aktienfonds für meine Enkelin gekauft. In zwei Jahren wird sie 18 und kann über das Geld verfügen. Was, wenn genau dann die Kurse niedrig sind?

Fixieren Sie sich nicht so sehr auf den 18. Geburtstag. Ihre Enkelin ist nicht gezwungen, den Fonds dann sofort aufzulösen. Sie kann das Geld auch weiterarbeiten lassen. Oder sie lässt sich nur einen Teilbetrag auszahlen. Reden Sie mit ihr, welche Vorstellungen oder Wünsche sie selbst hat. Falls jedoch der Gesamtbetrag zu einem festen Zeitpunkt benötigt wird, sollten Sie Fondsanteile verkaufen und auf einem Festgeldkonto parken. 

Ich habe einen Fondssparplan für meine Nichte angelegt. Könnten dort auch andere Verwandte einzahlen?

Ja, das ist möglich. Ein Fondssparplan ist an keinen bestimmten „Einzahler“ gebunden. 

Ich suche für meinen Neffen eine flexible Anlage, in die ich unterschiedliche Summen einzahlen kann. Können Sie etwas empfehlen?

Nehmen Sie einen Sparplan auf einen global anlegenden ETF, beispielsweise auf den weltweiten Aktienindex MSCI World. Damit sind Sie flexibel bei den Einzahlungen. Und der MSCI World hat mit seinen 1.500 verschiedenen Aktien aus über 20 Industrieländern eine breite Streuung. Sie können auch den MSCI World All Countries mit Schwellenländern oder den MSCI World Socially Responsible als nachhaltige Variante wählen. Finanztest hat kürzlich errechnet, dass sich bei einer Durchschnittsrendite von sechs Prozent pro Jahr die Anlagesumme fast verdoppeln kann. 

Was halten Sie von Einzelaktien als langfristige Sparvariante für Enkel?

Riskant dabei ist, dass Sie sich auf ein einzelnes Unternehmen konzentrieren. Das kann gut gehen oder auch nicht. In dem Fall hätten die Enkel nichts davon. Insofern empfehlen wir eher einen Fonds. Dieser streut das Risiko auf mehrere Unternehmen, Branchen oder Länder. 

Ich möchte mit einem Sparplan für den Enkel beginnen. Mein Sparerfreibetrag ist ausgeschöpft. Kann ich den Sparplan auch auf seinen Namen laufen lassen?

Ja. Ihr Enkel verfügt bereits über einen eigenen Freibetrag von 1.000 Euro, den er in dem Fall nutzen kann. Vergessen Sie aber den Freistellungsauftrag nicht. Und beachten Sie, dass das Geld in diesem Fall sofort Ihrem Enkel gehört. Sie können es sich nicht zurückholen. Im Ernstfall können Sie nur die Einzahlungen stoppen. 

Meine Tochter will studieren und Bafög beantragen. Ab welcher Höhe wird Erspartes dabei kritisch?

Relevant ist die Frage nur, wenn das Konto oder Depot auf den Namen Ihrer Tochter läuft. Die Bafög-Gesetzgebung sieht einen Vermögensfreibetrag von 15.000 Euro vor. 

Ab wann kann man Kindern ein eigenes Konto einrichten? Unsere Tochter soll frühzeitig den Umgang mit Geld üben.

Kinder können schon ab Geburt ein eigenes Girokonto haben, an das Geld kommen sie aber erst ab dem siebten Geburtstag. Der Zugriff auf das Konto bleibt zudem eingeschränkt, denn die Eltern bestimmen, wie viel maximal abgehoben werden darf. 

Ich habe einen Fonds, der auf mich läuft, aber für meine Enkelin bestimmt ist. Was muss ich tun, damit sie im Falle meines Todes das Geld wirklich erhält?

Das können Sie mithilfe einer testamentarischen Verfügung regeln. Darin legen Sie fest, dass das Geld in dem Fonds an Ihre Enkelin gehen soll. Ohne eine Verfügung geht das Geld mit in die Erbmasse ein. 

Die Fragen beantworteten Frank Schöndorf vom Deutschen Fondsverband BVI  und Peter Klipp von Finanztest

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