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Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel, dann ist auch für Senioren eine Wanderung durch die Drachenschlucht bei Eisenach einfach. Foto: Adobe Stock/ midgardson
Magisch zieht das Moos die Wanderer ins Innere: Wer in Thüringen bei Eisenach durch die Klamm „Drachenschlucht“ wandert, wird fasziniert sein. Foto: Adobe Stock/midgardson

Sachsen/Thüringen – Wenn die Leistung nachlässt, ist nicht jede Wanderung ein Spaziergang. Teleskop-Wanderstöcke und gute Schuhe sind da die Lösung – und eine kluge Auswahl des Weges. Steil bergauf gehen? Dass muss nicht sein. Zickzack hilft der Kondition, Wirtschaftswege wie etwa Forststraßen bieten eine gute Beschaffenheit und zehren nicht so an den Kräften wie unwegsame Strecken. Wenn der Weg das Ziel ist, ist es das körperliche Verhalten auch. Ältere Wanderer sollten es daher langsam angehen, gelassen und kontinuierlich vorankommen und in ihr ganz individuelles Tempo verfallen. Das schont den Körper, stabilisiert den Gleichgewichtssinn, bietet ausreichend Sauerstoff und belastet das Herz-Kreislauf-System nicht zu stark.

„Diesen Weg auf den Höhn bin ich oft gegangen, Vöglein sangen Lieder. Bin ich weit in der Welt habe ich Verlangen, Thüringer Wald nur nach dir.“ – Rennsteiglied

Wandern weitet den Blick
Warum in die Ferne schweifen? Unsere Heimat bietet vielfältige Wanderwege – mit Grenzerfahrungen, Qualitätsmerkmalen, eindrucksvollen Landschaftsbildern und allerlei Kunst. Immer wieder beliebt: der Thüringer Wald. So punktet etwa die Region zwischen Oberhof, Ilmenau und Suhl gleich mit drei schönen Bergen, dem 978 Meter hohem Schneekopf, dem 850 Meter hohen Adlersberg und dem Kickelhan (861 m). Kein Wunder, dass sich der Thüringer König der Volksmusik,Herbert Roth, hier zu seinem berühmten Rennsteiglied inspirieren ließ. Eine Ausstellung im Suhler Ortsteil Vesser widmet sich seinem Schaffen. Auf der Internetseite von Thüringen finden Sie nähere Informationen darüber.

Direkt daneben verführt der Thüringer Wald. Wer hier wandert, kann seltene Schwarzstörche, Luchse oder auch Wildkatzen entdecken. Vorausgesetzt, man geht gelassen auf leisen Sohlen durch das älteste Waldbiosphärenreservat Deutschlands. Dann hört man im Herbst auch den Rothirsch röhren. Mit wachem Blick erkennt der Wanderer, dass der Sommer viele schöne Früchte hinterlassen hat, dass sich die Blätter färben, Herbstzeitlose die Wiesen schmücken und Marienseide, Herbstgarn oder auch Liebfrauenfäden (so nennt der Volksmund die Spinnweben) den Altweibersommer markieren. Sie durchziehen die Landschaft und verleihen ihr etwas Mystisches.

Tiefe Schluchten, malerische Bergaussichten

Ganz im Westen Thüringens befindet sich die Wartburgstadt Eisenach. Mal davon abgesehen, dass genau hier eine Städtetour mit Besuch im Bachhaus (Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren) und auf der Wartburg lohnenswert sind, lockt auch in dieser Region Natur pur. Zum Beispiel das Annatal. Wer im Süden Eisenachs, an der Bushaltestelle Mariental, startet, gelangt in die Drachenschlucht und somit auf den schönen elf Kilometer langen Rundwanderweg „Drachen- und Landgrafenschlucht“. Wildromantisch ist die Klamm der Drachenschlucht. Die steilen Wände sind bemoost und ab und an bricht sich ein Sonnenstrahl und lässt dieses bezaubernde Stück Natur strahlen.

Berge gibt es auch in Sachsen

Im südlichen Landkreis Görlitz etwa liegt das Schöne dicht beieinander. Wer heute noch an einem der Seen im Braunkohletagebau gefaulenzt hat, kann morgen schon mit der Bahn auf äußerst schmaler Spur von Zittau nach Oybin fahren. „Brütende Henne“, „Papagei“, „Kleine Schildkröte“, „Nilpferd“, „Saurier“, „Großes Felsentor“ heißen in dieser Region die bizarren Felsgebilde. Sie alle können erwandert werden. Sie alle sind jedoch auch vom Töpfer aus zu sehen. Wer von Oybin eine halbe Stunde auf 580 Meter in die Höhe wandert, der sieht von der Bergkuppe des Töpfers die Pracht des Zittauer Gebirges mit eigenen Augen. Besonders schön: Auf dem Gipfel empfängt seit mehr als 150 Jahren die Töpferbaude – mit zwei Gästezimmern und einer Wanderunterkunft für zehn Personen und natürlich mit sächsischer Küche in der urigen Gaststube.

„Arzgebirg, wie bist du schie, mit deine Wälder, ihr Wiesen, Barg on Tol,…“ – Zschorlauer Nachtigallen

Auch das Erzgebirge gilt als eine der schönsten Wanderregionen Deutschlands. Wer hier seinen Weg plant, hat die Wahl aus mehr als 5.000 Kilometern naturbelassenen Landschaften und Flusstälern. Höchster Punkt: der Fichtelberg mit 1.215 Meter. Das Erzgebirge ist ein weites Land und bietet eine große Vielfalt. Ein Highlight ist der Kammweg Erzgebirge-Vogtland mit Start im Osterzgebirge, in Geising. Von hier aus kann man bis nach Blankenstein (Thüringen) gehen. Der 284,50 Kilometer weite Fernwanderweg ist für geübte Wanderer geeignet!

Der Königsweg

Viele Legenden ranken sich um den zirka 116 Kilometer weiten Malerweg. Wildromantisch, bizarr und vor allem auch voller Geschichten ist diese Strecke, die derzeit vom Liebethaler Grund bis zum Pirnaer Markt führt. Weil das Betreten des Waldes in der Hinteren Sächsischen Schweiz verboten ist, können die Etappen 4 und 5 derzeit nicht erwandert werden. Die 6. Etappe ab Reinhardtsdorf- Schöna ist eingeschränkt. Ausführliche Hinweise für die Wegplanung finden Sie auf der Internetseite der Sächsischen Schweiz.

Katrin Fiedler

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

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