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Strickende Seniorinnen
Inge Baum, Marlies Federow und Christine Kronmüller halten mit Stricken ihre Finger gelenkig. Foto: Sabine Mutschke

Keiner ist in Gorbitz allein

„Wir stricken Strümpfe, Schals, Babyschuhe, Mützen, auch mal eine Kuscheldecke oder eine Stola. Das hält die Finger beweglich“, lacht die 88-jährige Inge Baum unterm Sonnenhut. Für das Westhangfest in Dresden-Gorbitz hat sie mit ihren zehn Jahre jüngeren Handarbeitsfreundinnen Marlies Federow und Christine Kronmüller sogar 15 Bäume umgarnt. 

Einmal im Monat klappern im Kreativraum des Nachbarschaftshilfevereins (NHV) auf dem Leutewitzer Ring die Nadeln der älteren Damen. „Dabei können wir uns wunderbar unterhalten“, schwärmen Marlies und Christine. Sie genießen das Hobby und die Gemeinschaft. 

„Unsere Angebote – von Rommé über Gymnastik bis Singekreis – werden gut besucht. Keiner soll und muss einsam zu Hause sitzen. Bei uns sollen die älteren Menschen ihre Krankheiten vergessen. Wir wollen stattdessen gemeinsame Erlebnisse schaffen“, wünscht sich NHV-Chefin Manja Schubert. Jeden Montag steht ein Computerkurs für Senioren auf dem Programm, dienstags strecken und dehnen sich die Kursbesucher, mittwochs steht Bewegungstanz im Kalender, donnerstags Sitzgymnastik, freitags freies Training. Um nur einige zu nennen. Das Angebot ist viel größter, beinhaltet ebenso Fußpflege, Walking, gemeinsame Ausflüge. 

Auch eine kleine BIbliothek hält Manja Schubert für „ihre“ Senioren bereit. Foto: Katrin Koch

Vor 24 Jahren wurde der Nachbarschaftshilfeverein gegründet – auf Anregung der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden. Ex-Vorstand Dr. Jürgen Hesse sah den Bedarf voraus: „Unsere langjährigen Mitglieder kamen ins Rentenalter und lebten nach dem Tod des Partners immer häufiger allein in ihrer Wohnung. Die Sozialarbeiterinnen der Genossenschaft wurden mit Problemen konfrontiert, die über das Wohnen in der Genossenschaft hinaus gingen.“ Der Nachbarschaftsverein war für sie als Anlaufstelle für Beratung und Probleme gedacht. Bis heute ist daraus ein Ort der Begegnung mit vielen Angeboten geworden.

Seniorin Ingrid Müller (l.) lässt sich von Manja Schuberts Sportlust anstecken. Foto: Sabine Mutschke

„Gerade erst haben wir uns um einen Fitnessraum mit Umkleidemöglichkeiten erweitert“, freut sich Manja Schubert. „Ganz neu ist ein Fitnessraum, der den „Open Air- Fitness- Parcour“ auf der Mittelachse ergänzt und nach der Corona-Zeit endlich genutzt werden kann. „Hier gibt es Bewegungsangebote für jede Konstitution, von der Gymnastik im Sitzen über Seniorensport bis hin zu Rückentaining. Crosstrainer, Laufband und Ergometer können ebenso für freies Training genutzt werden.“

Diese beiden Herren trainieren fleißig im neuen Sportraum. Foto: Sabine Mutschke

„Wir haben heute etwa 180 Mitglieder. Aber auch Gäste können unsere Angebote nutzen. Das Durchschnittsalter liegt bei 73 Jahren.“ Dem Alter der Mitglieder geschuldet, hilft der NHV auch, wenn ein Senior mit dem Handy nicht zurechtkommt. „Meist kommt dann die Oma vorbei und sagt einfach zu mir: Das Handy geht nicht mehr“, lacht Manja – und hilft, auch bei der Online-Vergabe von Arzttermine. Insgesamt drei Mitarbeiter (zwei Vollstellen), ein Minijobber und neun Ehrenamtler kümmern sich um die Belange der Mitglieder. Damit sowohl Angebote, Miete als auch Personal finanziert werden können, sind Unterstützer immer willkommen. 

SZ-Lebensbegleiter-Tipp

Nachbarschaftshilfeverein e.V., Leutewitzer Ring 45, 01169 Dresden

Sprechzeiten: Mo-Do 9-12, 14-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr

Telefon: 0351 417 89 96, E-Mail:  [email protected], Internet: www.nhv-dresden.de 

Mitgliedsbeitrag: 24 Euro /Jahr. Zusätzlich werden für einige Angebote kleine Unkostenbeiträge ab 1,50 Euro erhoben. 

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