Zu Hopfen und Malz

Biergeschichte im kühlen tiefen Keller der Landskron Brauerei Görlitz

Die Kulturbrauerei Görlitz? Das ist doch dort, wo ab und an der Dieter Bohlen und viele andere Promis auftreten? Von den vielen Events liest und hört man ja immer mal, wenn man in der sächsischen Oberlausitz lebt. Um mich in eine Veranstaltungshalle zu locken müssten allerdings Andre Rieu oder eine große Pferdeshow kommen. Und Biertrinker bin ich sowieso nicht. Also fiel mir in fast 35 Jahren zugezogenen Lebens in der Oberlausitz im Traum auch nie ein, ausgerechnet eine Brauerei zu besichtigen. Aber ein ganz lieber Besuch hatte im Internet bereits eine Führung gebucht. Da fährt und geht man freilich als guter Gastgeber mal brav mit. 

Und dann das große Staunen. Sieh mal einer an!  Diese Görlitzer Brauerei – pardon diese Braumanufaktur. Schon deren Besucherzentrum. Eine große bunte Mischung aus Café, Restaurant, Shop und Theaterkasse. Dazu ganz geschickt zwischen Fanartikeln und Spezialitäten aus Hopfen und Malz angeordnet diverse Schautafeln und Nischen mit Schaufilmen über die Brauerei und die Landskron-Geschichte. Noch mehr interessante Geschichte gab es dann bei der Führung.  Ich weiß jetzt unter anderem, woher der Spruch „da ist Hopfen und Malz verloren“ kommt. Und kenne ohne Tante Google den Unterschied zwischen ober- und untergärigem Brauverfahren. Eine physisch-psychisch Seniorenhürde tat sich allerdings auf, als es bei der Führung 80 gewendelte Treppenstufen hinunter erst in den Gärkeller und dann noch tiefer in die Ruhekeller fürs Jungbier ging. Aber der der Führer war auch schon 70+. Und wenn der – wahrscheinlich dreimal wöchentlich – wieder hochkommt, dann schaffe ich das auch. Wenn auch oben schnappatmend.  

Metallfässer als Bierfässer der Moderne
So sehen die „Bierfässer“ im Keller heute aus.
Holzbierfässer im Stapel
Und so Fässer aus alten Zeiten für Fotos

Nach dieser Führung kenne ich wieder ein Stück mehr von meiner Heimat Oberlausitz und ihrer Geschichte. Auch wenn von den 188 während der Führung erzählten geschichtlichen Fakten bald die die meisten Zahlen und Fakten wieder vergessen sind. Was ich garantiert nicht vergessen werde, das ist die jüngste Geschichte und der Stolz auf eine Brauerei, die nach der Wende mehrfach verkauft worden ist. Und die es trotzdem geschafft hat, nicht nur als ein geschütztes Baudenkmal oder eine Art Biermuseum mit Rockkonzerten in Klinkerbauten zu überleben. Zwischen Turbobrauereien.  

Für alle, die selbst mal schauen wollen hier noch einmal der Link: https://www.landskron.de/braumanufaktur

Veröffentlicht am: 5 Mrz 2024