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Steffan Heine wurde vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost für seine 150 Blutspenden auf Schloss Wackerbarth in Radebeul ausgezeichnet. Foto: Petra Hornig
Steffen Heine wurde vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost für seine 150 Blutspenden auf Schloss Wackerbarth in Radebeul ausgezeichnet. Foto: Petra Hornig

Auch Senioren dürfen Blut spenden

Dresden – Spenderblut ist kostbar und rar. Grund genug, das Transfusionsgesetz anzupassen. Waren Spender bislang nur bis zu ihrem 68. Lebensjahr zugelassen, kann nun sein Blut geben, wer gesund ist – ohne Altersgrenze. Vorab führen Ärzte eine Anamnese durch und entscheiden anhand der Gesundheitswerte, ob eine Blut- oder Plasmaspende möglich ist. 

Bei Steffen Heine ist alles möglich. Der Neukircher ist 58 Jahre alt, fühlt sich für sein Alter noch top fit und spendet fleißig. „Ich habe bis vor kurzem noch regelmäßig Handball gespielt. Jetzt bin ich aktiver Schiedsrichter für diesen Ballsport“, verrät er. Er kommt aus dem Ort in der Lausitz, wo alljährlich das Töpferfest stattfindet und arbeitet als Teamleiter in der Metallbranche.

Für seine aktive Blutspende wurde Steffen Heine gerade ausgezeichnet. Anlässlich ihrer 125, 150 oder 175 Spenden hatte der Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) 130 langjährige Blutspenderinnen und Blutspender aus Dresden, Görlitz und dem Umland auf Schloss Wackerbarth eingeladen und feierlich gewürdigt. „Für mich war das wirklich eine Ehre“, sagt Steffen Heine.

Seit 1988 gibt der Lausitzer sein Blut. 150 Blutspenden sind es bislang insgesamt. Alles begann mit Arbeitskollegen, die den gelernten Maschinen- und Anlagenmonteur inspirierten. Und er? „Ich ging mit und wollte kranken Menschen, die dringend Blut brauchen, einfach nur helfen“, sagt er. Blutspenden? „Eine gute Sache“, findet Steffen Heine. Und erinnert sich an die Anfänge: „Wir bekamen dafür in der DDR einen halben Tag frei und einen Imbiss.“ Auch das war nicht schlecht.

Als „altes Eisen“ sieht sich der Mann, der auf die 60 zugeht längst nicht. „Ich fühle mich gut und will weiter spenden“, ist er entschlossen. Der Aderlass biete schließlich auch für sein eigenes gesundes Leben eine Orientierung. „Jedes 3. Mal werden meine Werte analysiert – vom Blutdruck bis zum Blutbild. Die Auswertung wird mir kostenlos zugesendet.“

Warum ist Blut so wertvoll?

Trotz der Errungenschaften der modernen Hochleistungsmedizin sind aus Spenderblut gewonnene Blutpräparate für die Behandlung vieler Erkrankungen unverzichtbar. Gespendetes Blut wird zum Beispiel während Organtransplantationen und Operationen verwendet, wo ein hoher Blutverlust droht; etwa ein Fünftel aller Blutpräparate wird in der Behandlungszeit für Krebspatienten benötigt. „Viele Patienten sind aufgrund von Immuneffekten lebenslang auf das aus Spenderblut gewonnene Medikamenten angewiesen“, sagt Kerstin Schweiger, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Blut, so viel ist klar, ist für viele Menschen überlebenswichtig. Derzeit spenden rund 3 % der Bevölkerung in Deutschland Blut. Es könnten aufgrund der gesetzlichen Vorgaben jedoch viel mehr spenden, vor allem jetzt, wo die Altersgrenze aufgehoben worden ist.


Peter S. Kaul, Präsident des DRK-Landesverbands Sachsen e.V. während der Ehrung von Blutspendern auf Schloss Wackerbarth:

„Blutspenden retten Leben! Jeder gesunde Mensch kann mithelfen, dass schwerkranke Menschen in der eigenen Region Hilfe erfahren. Deshalb brauchen wir alle, die Blut spenden können und dürfen!“

Foto: DRK-Blutspendedienst Nord-Ost


So läuft es mit der Blutspende in Sachsen

Laut des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost sind In Sachsen 18 mobile und stationäre Blutentnahmeteams im Einsatz. „An den Instituten für Transfusionsmedizin in Dresden, Chemnitz und Plauen sowie in den Blutspendezentren in Leipzig, Zwickau und Görlitz werden neben den Vollblutentnahmen auch Plasmapheresen durchgeführt“, so Pressesprecherin Kerstin Schweiger.

Unterstützt würden die hauptamtlichen Kräfte des Blutspendedienstes auf vielen der knapp 4.000 Spendeterminen von mehr als 400 ehrenamtlichen Blutspendehelfern der DRK-Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Sie leisten in der Spenderbetreuung unschätzbare Hilfe. Schweiger: „Knapp 145.000 Blutspenden wurden 2022 in Sachsen gewonnen, um den Bedarf der sächsischen Kliniken zu decken.“ Dabei konnten mehr als 7.000 Erstspendende begrüßt werden.

Auch bei der Blutspende ist der demografische Wandel zu spüren

Aufgrund der Überalterung der Gesellschaft, haben auch die Blutspendedienste in Deutschland mit einen Rückgang an Spendern zu kämpfen. „Allein die gemeinnützigen Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes verlieren bundesweit in den nächsten Jahren rund 275.000 Spenderinnen und Spender aus der spendestarken Babyboomer-Generation“, wird eingeschätzt. Die altersbedingte Konsequenz: Aus Spendern werden Empfänger. Dadurch steigt der Bedarf an Blutpräparaten. „Dies bedeutet, dass die Solidargemeinschaft künftig dringend mehr Menschen benötigt, die zum ersten Mal Blut spenden und dann sprichwörtlich am Ball bleiben. Jede Generation braucht ihren eigenen, großen Spenderstamm, um das solidarische Versorgungssystem aufrechtzuerhalten“, erklärt Kerstin Schweiger.

Aufgabe der DRK-Blutspendedienste sei es auch, drohende „Versorgungslücken“ durch zielgruppengerechte Blutspenderwerbung zu verhindern. Die enge Zusammenarbeit mit den Kliniken in der Region und die Bündelung von Synergien seien hierbei wichtige Faktoren.

Aufhören ist für den gerade geehrten Blutspender Steffen Heine keine Option. „Wenn ich mich gesundheitlich gut fühle, werde ich mindestens bis zu meinem 75. Lebensjahr spenden“, sagt er optimistisch. „Denn das Alter allein“, so der Lausitzer, „ist kein Problem!“ Seine Ermutigung für alle potentiellen Spender: „Nehmen Sie sich die Zeit, denn Blut spenden rettet Leben!“

Katrin Fiedler

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