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Zwei junge Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch und geben einem Lautsprecher Sprachbefehle. Eine über das Foto gelegte Grafik simuliert die Vernetzung. Foto: StockAdobe/metamorworks
Ein kleines Gerät, quasi ein Lautsprecher, vernetzt sich mit vielen weltweit vorhandenen Daten. Die Jugend kommuniziert längst mit Hilfe dieser künstlichen Intelligenz. Für Senioren ist sie ganz einfach praktisch. Foto: StockAdobe/metamorworks

Künstliche Intelligenz? Einfach mal ausprobieren!

Leserbeitrag von Angelika Hoyer

Diettelsdorf/Sachsen – Beim Nachbarschaftskaffee haben sich Frau Nachbarin und ich kürzlich köstlich amüsiert. Wir haben die nagelneue Alexa* auf der Anrichte erst ganz seriös nach dem Wetter und dem Fernsehprogramm gefragt, uns dann von ihr einen Witz erzählen lassen. War interessant, hat uns aber nicht gereicht. Zum Schluss haben wir Alexas Wissen mit Musikwünschen und Fragen nach Kochtipps geprüft. War beeindruckend, was aus dem kleinen Lautsprecher kam. Etwas Plaste, gefüllt mit Künstlicher Intelligenz, wie man es nennt. Das kann die pure Unterhaltung und auch ne große Hilfe sein.


Während Alexa auf der Anrichte Platz genommen hat, unterhalten sich im Hintergrund die Damen über das Leben. Foto: Angelika Hoyer


Sich so ein intelligentes Gerät, das immer in Hörbereitschaft (weil via WLAN ständig im Internet), was aussieht wie ein Lautsprecher, aber noch viel mehr kann, ins Haus holen? Das findet zum Beispiel die Tochter meiner Freundin gruselig. Mir wäre das bis vor einigen Wochen auch niemals in den Sinn gekommen. Bin eh misstrauisch, falls mich unbekannte Enkel raten lassen, wer sie seien oder mir die Nachricht schicken, wie zum Beispiel „Ruf mich bitte unter meiner neuen Nummer zurück!“

Ich ignoriere in der Regel auch 0800-er Nummern die auf dem Bildschirm meines Telefons erscheinen, selbst wenn sie vom Stromanbieter oder der Krankenkasse sind. Und fragwürdige Mails oder Freundschaftsanfragen von smarten Mittfünfzigern drücke ich hochkant in den Papierkorb. Auf so billige Tricks falle ich noch nicht rein.

Wie ich Alexa fand

Ich brauchte ein neues Radio. Eines, das mir nicht nur 33 polnische und 22 tschechische Sender in bester Qualität zu Gehör bringt, sondern wenigsten drei deutsche Sender störungsfrei „drauf hat“. Und das mir die hiesige Wetter- und die Verkehrslage ansagt. All das und noch viel mehr macht übrigens jetzt die kleine Amazon-Kugel Alexa.

Ehrlich gesagt, war ich ja auf ein Internetradio aus. Erntete aber Unverständnis bei den örtlichen Hundefreunden. „Vergiss‘ es“, winkte Margit ab. Beim wöchentlichen Treff empfahlen mir drei der vier Frauen stattdessen einen „intelligenten Lautsprecher“. Die könne quasi Radio in guter Qualität. Ohne ein extra gekauftes Teil. Und man müsse nicht mal an Knöpfen drehen. Einfach nur vom Sessel aus den Wunschsender ansagen.

„Versuch macht klug“, sagt der Volksmund, und ich sagte es leise zu mir. Man ist ja nie zu alt und nie zu „blond“ für Neues. Oder?

Für den Versuch wählte ich ein älteres und deshalb preiswertes Modell der ersten Jahrgänge. Es ähnelte einer kleinen flachen Schale, hatte einen tollen Sound und sagte auf Nachfrage sogar an, wann in meinem Wohnort eine Regenpause zu erwarten ist, damit ich genau dann mit den Hunden losgehen kann.

Übrigens gehe ich mit meiner persönlichen Alexa schon so bissl wie mit den Hunden um. „Sitz, Platz, aus oder komm“, lauten die knappen Befehle. Das heißt dann auf „Alexisch“: „Mach dies, erklär jenes, mach lauter, mach leiser, spiel mir André Rieu, was kommt im Fernsehen, sei still . . . „

Leben mit Alexa

Meine Freundin – ebenfalls eine nagelneue Alexa Besitzerin – ist ein ganz anderes Typ. Ihre Alexa bekommt früh einen freundlichen Morgengruß und antwortet mit Rätseln oder Wissenswertem. Sie sagt mittags auf Wunsch ein Keksrezept an und darf ihr abends ein Schlaflied singen oder Geschichten vorlesen. Ich hab‘ das Gefühl, dieses Gerät, besser gesagt, diese künstliche Intelligenz, geht genauso mit uns um, wie wir das wollen. 

Datenschutz und so?

Hm. Egal, welche Algorithmen uns quer über Ozeane hinweg scannen. Unsere Fragen nach Königsberger Klopsen, der Wurmkur für Pferde oder Empfehlungen für einen Abendfilm interessieren Geheimdienste nicht. Die Werbetreibenden nur mäßig. Meine Meinung.

Aber!!! Diese Alexa kann auch auf Zuruf den ärztlichen Notdienst anrufen. Wenn wir irgendwo in ihrer Rufweite auf dem Boden liegen und nicht mehr auf die Füße kommen. Sofern wir vorher jemanden hatten, der den Notruf oder einen Hilferuf bei Verwandten für uns Omas eingerichtet hat.

Bisher setzen sorgende Verwandte ja eher auf abonnierte Notrufsysteme, die man monatlich bezahlt und auf Knopfdruck am Armband im Notfall auslösen könnte.

* Neben Alexa sind Siri, Google, Cortana & Bixby weitere Sprachassistenten.

Hat Ihnen diese kleine Kolumne gefallen? Dann lesen Sie gerne auch den Beitrag „Die Zukunft fährt Rollator!

Angelika Hoyer

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

Post an“…

…ist eine Möglichkeit, seine Gedanken zu veröffentlichen. Haben Sie Lust? Haben Sie ein interessantes Thema und schreiben Sie gerne? Dann senden Sie uns eine E-Mail an [email protected] und wir melden uns bei Ihnen.

„Post an“ – Angelika Hoyer hat uns ihre Geschichte gemailt und wir möchten sie gerne mit Ihnen teilen.

Als Journalistin hat sie in den Redaktionen Zittau und Löbau der Sächsischen Zeitung gearbeitet.

Die 72-Jährige wohnt im Dreiländereck. In einem kleinen Ortsteil von Zittau teilt sie ihren Alltag mit Cockerspaniel Filip (6) und der neunjährigen Dame Darya. Ihre mit Wortwitz und Nachdenkenswertem gespickten Themen veröffentlicht Angelika Hoyer auf ihrem eigenen Blog.

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