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Gesundheitssystem_Aufbruch ins Digitale
Weg mit dem Papier: Die Gesundheitsvor- und nachsorge wandert ins Internet. Foto: Jean-Paul

Gesunder Aufbruch ins Digitale

Immer wieder tauchen Begriffe wie E-Health, Telemedizin oder elektronische Gesundheitsakte auf, die uns den Lebensalltag in Zukunft erleichtern sollen. Aber was bedeutet das genau? 

Der Gesetzgeber, die kassenärztliche Bundesvereinigung sowie Experten aus allen Bereichen des Gesundheitswesens arbeiten am Wandel in der digitalen Gesundheitsversorgung. Was früher im Lexikon nachgeschlagen wurde, ist ins Internet gerutscht. Der digitale Zugriff auf Gesundheitswissen beginnt schon mit der Nutzung des world wide web. Es ist eine Fundgrube und bietet Informationen zu gesunder Ernährung, sportlichen Übungen, Krankheiten oder ärztlichen Behandlungen. 

Internetportale mit vielfältigen Angeboten

Auf dem Videoportal Youtube zeigen zahlreiche Anbieter GymnastikübungenSchulungen zur besseren Ernährung oder Kochkurse, die uns unterstützen sollen, zu Hause oder unterwegs sportlich aktiv zu sein und unseren Körper in Schuss zu halten. Die Programme können auf dem Computer, Tablet, Smartphone oder im digitalen Fernsehen genutzt werden. 

Um nicht stundenlang in telefonischen Warteschleifen der Praxen zu hängen, können wir Termine bei Ärzten bereits über das Internet im Online-Kalender von Anbietern wie Jameda oder Doctolib buchen. 

Unsere Krankenkassen verfügen ebenfalls über eine sehr gut bestückte Internetseite, um uns mit Hintergrundinformationen zur Gesundheit und zu vielen neuen Angeboten zu versorgen. 

Informieren Sie sich selbst!

Sie sind auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus? Die AOK bietet Patienten als besondere Leistung den AOK-Gesundheitsnavigator. Die AOK hat auf der Grundlage von sogenannten strukturierten Qualitätsberichten, in denen die Krankenhäuser regelmäßig Zahlen und Fakten wie Anzahl der Krankenhausbetten und durchgeführten Operationen, Qualifikation der Ärzte und Ausstattung liefern, eine Datenbank mit leicht verständlichen Informationen für Patienten erstellt. Ebenso werden für das Qualitätsmanagement wichtige Beurteilungen von Patienten nach einem Klinikaufenthalt veröffentlicht, so dass das Portal eine objektive Orientierung zur Wahl des Krankenhauses für Ihren Eingriff geben kann. 

Managen Sie Ihre Gesundheit! 

Mit ihnen können wir unsere Gesundheit besser kontrollieren: Anwendungen (Applikationen oder auch Apps). Sie stehen uns auf dem Smartphone, Tablet oder Laptop zur Verfügung. So zeichnen etwa sogenannte „Health-Apps“ Gesundheits- und Fitnessdaten auf, analysieren sie und stellen Trainingsanleitungen und Gesundheitsservices bereit. Sie beruhen auf der Grundlage von eigenen Angaben über Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht. Damit können Gesundheitsdaten über Schlaf, Herzfrequenz, Trainingsfrequenz, Schrittzahlen, verbrannte Kalorien erhoben und von Ihnen kontrolliert werden. 

Separate Fitnessuhren am Handgelenk motivieren ebenfalls zu mehr Bewegung und Kontrolle der eigenen Fitness und Gesundheit. Fitnessuhren können mit dem Smartphone verbunden werden, um so weitere Funktionen zu nutzen.  

Das auch noch: Die Telematikinfrastruktur 

In der nahen Zukunft soll das Potenzial eines digitalen Gesundheitssystems immer weiter nutzbar gemacht werden. Hierzu gehören auch digitale Rezepte oder Bescheinigungen oder Videosprechstunden mit Ärzten sowie die Vereinfachung von Verwaltungsprozessen. Schluss mit der Zettelwirtschaft und dem Verwaltungsaufwand soll das heißen. Zunächst ist es notwendig, dass der Staat eine digitale Infrastruktur schafft, die all diese Dienstleistungen ermöglicht. Die sensiblen Gesundheitsdaten müssen geschützt werden, damit das nötige Vertrauen bei den Patienten entsteht. Durch die persönliche, elektronische Akte erhalten Ärzte einen umfassenden Gesamtüberblick über den Gesundheitszustand und die Krankengeschichte, Doppeluntersuchungen können vermieden, Rezepte elektronisch an Apotheken übermittelt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat als erste ein Telemedizin-Projekt ins Leben gerufen. Bei docdirekt.de handelt sich um ein kostenfreies Angebot der gesetzlichen Krankenkassen für Kassenpatienten zur telemedizinischen Diagnose. Auf diese Weise wird in Baden-Württemberg die Möglichkeit der Fernbehandlung bereits von telemedizinisch geschulten Ärzten erprobt.  

Apps bald auf Rezept vom Arzt verschrieben 

Am 19.12.2019 ist das neue Digitale-Versorgung-Gesetz (DGV) in Kraft getreten. Es ist ein weiterer Baustein, um die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen und damit Innovation durch Digitalisierung voranzutreiben. Das Gesetz fördert außerdem die ärztliche Verschreibung moderner Gesundheits-Apps, die viele Patienten bereits nutzen, um Medikamente rechtzeitig einzunehmen oder den Blutzuckerspiegel bei Diabetes besser zu kontrollieren.

Die Kosten für solche vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Datenschutz und Datensicherheit sowie Qualität geprüften Apps übernimmt in dem Fall die Krankenkasse.

Um digitale Rezepte bald nutzen zu können, wurden Ärzte (Februar 2020), Apotheken (September 2020) und Krankenhäuser (Januar 2021) verpflichtet, sich an die Telematik-Infrastruktur (TI) anzuschließen. Für Ärzte, die sich bisher nicht angeschlossen haben, verringert sich das Honorar. Die Videosprechstunde soll bald zum Alltag gehören. Daher dürfen Ärzte auf ihrer Webseite für die Fernbehandlung werben und im Online-Gespräch die Patienten darüber aufklären. 

All dies soll gerade älteren Menschen den Alltag erleichtern und mehr Selbständigkeit und Unabhängigkeit ermöglichen, nicht nur im ländlichen Raum, wo ein Zugang zu nahen Praxen oder Spezialisten oft erschwert ist. Krankenkassen werden daher verpflichtet, ihren Versicherten Angebote zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz zu unterbreiten. 

Anette Rietz

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

  •  Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er bereits an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen ist und welche Gesundheits-Apps er Ihnen empfehlen kann.  
  • Ihre Krankenkasse informiert Sie umfassend zu aktuellen Angeboten und Schulungen. 
  • Mit dem AOK-Gesundheitsnavigator finden Sie das passende Krankenhaus für Ihre Behandlung. 
  • Speziell für AOK-Mitglieder stehen im Service-Bereich AOK-Clarimedis das ganze Jahr über Fachärzte für medizinische Auskünfte kostenlos zur Verfügung. Hier können Sie sich Diagnosen, medizinische Fachbegriffe oder Laborwerte erklären lassen oder Ansprechpartner von Selbsthilfegruppen finden. Das Clarimedis-Team ist für AOK-Versicherte rund um die Uhr mit vorliegender Mitgliedskarte unter der kostenfreien Rufnummer 0800 1 265 265 zu erreichen.  
  • Auf der Internetseite gesund.bund.de des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie zahlreiche verlässliche Informationen zum Thema „Gesund leben in Deutschland“ sowie wichtige Telefonnummern und Kontakte. 

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