Gans wie früher

Teilen:

Gans wie früher

Wohl selten war die Vorfreude auf Weihnachten so groß wie in diesem Jahr: Endlich wieder entspannt mit Angehörigen und Freunden zusammen feiern. Die erste Gans kommt bei vielen Familien traditionell am 11. November auf den Tisch. Aber woher kommt dieser Brauch?
Gänse auf der Wiese. Foto: Adobe Stock
Gänse auf der Wiese. Foto: Adobe Stock

Deutschland – In diesem Jahr können die Essenstraditionen an Heiligabend aufs Neue gepflegt werden. In vielen Familien wird jedes Jahr das selbe Gericht serviert. Einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2020 zufolge ist bei 33 Prozent der Befragten Kartoffelsalat mit Würstchen die beliebteste Festtagsspeise, in der Summe aber ist Geflügel noch mehr gefragt: Ente wollen 27 Prozent auf den Tisch bringen, bei 21 Prozent der Befragten gibt es Gans.

Zwischen dem 11. November und Weihnachten haben Gänse Hochsaison, aber warum?

Der Legende nach geht die Tradition der Martinsgans auf ein bestimmtes Ereignis im Leben des Heiligen Martins zurück. Martin war ein frommer und gütiger Mann und die Bürger der Stadt Tours schätzen ihn für seine Fürsorge und Hilfsbereitschaft. Im Jahr 371 (oder 372) sollte Martin auf großen Wunsch der Einwohner zum Bischof von Tours ernannt werden. Doch Martin war sehr bescheiden und hielt sich diesen hohen Amtes nicht für würdig. Er versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse schnatterten jedoch so laut, dass die Menschen darauf aufmerksam wurden und Martin im Gänsestall fanden. So konnte er letztendlich zum Bischof von Tours geweiht werden.

Der Gedenktag des Heiligen Martins war seit jeher ein besonderer Tag im Bauernjahr. Denn am 11. November endete auch das Wirtschaftsjahr bei den Bauern. Löhne, Zinsen und Steuern wurden gezahlt und Tiere geschlachtet. Die Zinsen wurden früher oftmals in Naturalien beglichen, so auch mit Gänsen, damit sie nicht durch den Winter gefüttert werden mussten. Also gab es am Martinstag eben Gänsebraten. Übrigens: Nach dem 11. November begann eine strenge Fastenzeit vor Weihnachten und so konnte man sich vorher noch einmal richtig satt essen.

Traditioneller Weihnachtsbraten mit Kartoffelknödel und Rotkohl. Foto: HLPhoto

Gänsebraten – Zutaten für 5 Personen:

1 Gans (ca. 4,4 bis 5 Kilogramm)
1 große Zwiebel
1 säuerlicher Apfel
Salz
Pfeffer
Thymian
Beifuß
100 g Zucker

 

   Zubereitung:

Die Innereien der Gans entfernen. Danach die Gans gründlich auswaschen und salzen. Außen mit Salz, Pfeffer und Thymian gut einreiben. Mit einigen Apfel- und Zwiebelstücken sowie einem Zweig Beifuß füllen (Beifuß regt die Fettverbrennung an und macht den Braten bekömmlicher). In einem Bräter den Zucker karamellisieren und die restlichen Äpfel und Zwiebeln zugeben, ca. 1/4 Liter Wasser angießen und die Gans zunächst mit der Brust nach unten 25 Minuten bei 170 Grad Celsius im Ofen anbraten. Danach die Gans umdrehen und weitere 40 Minuten garen. Dabei kann sie mehrmals mit Bier und dem Bratensud übergossen werden, damit sich eine gleichmäßig glänzende, knusprige Haut bildet. Am Ende der Garzeit die Gans bei 80 Grad noch etwas ruhen lassen, bis sie am Tisch tranchiert werden kann. Aus dem passierten Bratensatz lässt sich eine schmackhafte Gänsesoße zubereiten, wenn man das flüssige Gänsefett entfernt. Traditionell werden zum Gänsebraten Semmelknödel oder Kartoffeln und Rotkohl gereicht.

AR / djd

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

  • Viele Menschen haben ihre Gans bereits beim Fleischer oder Bauern ihres Vertrauens bestellt. Wer noch nicht vorbereitet ist, der findet auf der Seite „Schmeckthier“ eine Übersicht für den Gänsekauf.
  • Auch auf Dresdens Wochenmärkten werden Gänse gehandelt. Sie können direkt, vor allem aber auf Bestellung gekauft werden. Wer unter der Lupe eine andere Stadt eingibt, wird ebenso fündig. Die Internetseite „Wochenmarkt-Deutschland“ bietet eine Übersicht und liefert gleich noch die Öffnungszeiten dazu.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Teilen:
Veröffentlicht am: 4 Nov 2021