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Winzer mit Flasche
Winzer Thomas Herrlich macht seit 35 Jahren ganz herrlichen Wein. Foto: Ulrich van Stipriaan

Herrlicher Winzer

Der Meißner Kapitelberg ist eine der besten Weinlagen Sachsens. Woran man das erkennt? Einfach mal einen Wein trinken, der dort gewachsen ist – am besten einen Riesling! Denn der spiegelt wie kein anderer die Charakteristik des Bodens (Granit!) wider. Und es ist ein Wein, wie er typischer für seinen Macher Thomas Herrlich vom Weingut Vincenz Richter nicht sein kann.

Herrlich ist der Winzer, der die Keimzelle des Kapitelbergs besitzt. Sein Weingut mit (verzeihen Sie das Wortspiel:) herrlicher Vinothek liegt am Fuße des Weinbergs, mit Blick auf die Elbe und den Weinberg im Rücken. Man kann von dort prima hoch wandern ins Spaargebirge, aber natürlich auch in der Vinothek hängen bleiben… Obwohl mitten in der Natur, kommt man gut hin zum Kapitelberg: es gibt sowohl einen (kleinen) Parkplatz als auch eine Bushaltestelle.

Als ich neulich Thomas Herrlich zum Podcast „Auf ein Glas“ eingeladen hatte, brachte er (unter anderem) einen Riesling „Alte Reben“ Spätlese aus dem Jahr 2022 mit ins Studio. „Der hat mich noch nie im Stich gelassen!“, sagt der Winzer zu seinem Riesling – und das will was heißen, denn er macht seit 35 Jahren Wein im Kapitelberg. 

Während der Wein schon im Glas ist und wunderschön strohgelb ausschaut, riecht man schon was: Rieslingtypisch strömt da ein Hauch von Pfirsich in die Nase. Und wenn man den Wein probiert, schmeckt man die Mineralik – der Reflex lässt die Zunge über die Lippen gleiten: Ist das wirklich Salz dran? Nein: Das ist das so gern zitierte Terroir, der Granit. Den haben so nicht viele, außerhalb Sachsen…

Thomas Herrlich schenkt den Wein übrigens aus der Sachsenflasche aus. Diese Flaschenform gibt es nur in Sachsen, sie wurde 1931 vom Weinbaupionier Carl Pfeiffer als Marketinginstrument für sächsischen Wein hier eingeführt. Aber anders als der Bocksbeutel in Franken hat sich die Keule hier nie wirklich durchgesetzt – sie ist eine aussterbende Art, die man bei Vincenz Richter und auf Schloss Wackerbarth noch kaufen kann.

„Spätlese“ steht auf dem Etikett, und das bedeutet: die Trauben wurden relativ spät im Jahr gelesen (in diesem Fall war am 14. Oktober erst Leseschluss). Oft sind Spätlesen sehr süß, weil so viel Zucker in den Beeren war. Aber der Winzer kann auch trocken: Diese hier ist es und hat ein sehr ausgewogenes Verhältnis von Restzucker zu Säure. 

Der Wein kostet beim Winzer 22,50 € – das ist bei Vincenz Richter das obere Ende der Qualitätsstufe. Andere Rieslinge wie beispielsweise der Wein des Monats Mai – ein 21er Riesling vom Kapitelberg – sind günstiger (13,70 €). Der Winzer in Netz: www.vincenz-richter.de.

Unser Autor Ulrich van Stipriaan ist bekennender Genussmensch. Seine profunde Weinkenntnis ist im Podcast „Auf ein Glas“ zu hören – der Podcast mit Thomas Herrlich erscheint am 7. Juni. Ebenfalls unter stipvisiten.de finden sich Reiseberichte, Restaurantkritiken, Beiträge über Wein und Winzer.

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