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Ärztin in weißem Kittel hält rechts einen roten Telefonhörer in der Hand und links die Telefonnummer vom Bereitschaftsdienst.
Bevor sie die Notaufnahme aufsuchen, können Patienten sich beim Bereitschaftsdienst zunächst informieren. Foto: AdobeStock/HN Foto

116117 – die Nummer für alle Fälle

Deutschland – Laut ADAC kennt nur knapp ein Drittel der Deutschen die deutschlandweit einheitliche Telefonnummer 116117, über die im Krankheitsfall außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Arztpraxen der ärztliche Bereitschaftsdienst erreichbar ist. Über das digitale Angebot über die Webseite www.116117.de sind nur neun Prozent, die 116117 App zum Patientenservice nur vier Prozent informiert. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung des ADAC von 1.015 Personen in der Gesamtbevölkerung sowie von 2.000 Patienten, die im vergangenen Jahr eine der rund 800 Bereitschaftspraxen in Deutschland aufgesucht haben. 

Die verbreitete Unkenntnis der Notrufnummer der kassenärztlichen Vereinigung führt unter anderem dazu, dass viele erkrankte Menschen Notaufnahmen von Kliniken aufsuchen, auch wenn kein medizinischer Notfall vorliegt.

Mir geht es nicht gut. Was soll ich tun?

Ganz klar: Bei lebensbedrohlichen Situationen muss sofort der Rettungsdienst 112 angerufen werden. Darüberhinaus hilft eine telefonische Beratung Patienten, bei Beschwerden den passenden Arzt zu finden. Als Hilfe steht auf der Internetseite des Bereitschaftsdienstes eine Software zur Online-Beratung zur Verfügung, das sogenannte Patienten-Navi. Es handelt sich um eine Software zur „Strukturierten medizinischen Ersteinschätzung in Deutschland“ namens SmED, die in deutscher und englischer Sprache verfügbar ist. Die anschließende telefonische Beratung beim Bereitschaftsdienst ist nur auf Deutsch möglich. Das System SmED erstellt keine Diagnose, sondern schätzt vor allem die Dringlichkeit einer Behandlung ein. Außerdem erhalten die Nutzer Hinweise, wohin sie sich für eine Behandlung wenden können.

Wie funktioniert’s?

Über das einfache Navigationssystem zur Eindordnung der Beschwerden werden Symptome durch Fragen sortiert und das Krankheitsbild eingegrenzt. Symptome können auch frei formuliert werden, wenn keine Übereinstimmung gefunden wird. Die Software hilft bei einer genauen Beschreibung des Krankheitsbildes, indem sie Begriffe vorgibt. So kann am Ende der Befragung Kontakt mit dem Bereitschaftsdienst aufgenommen und eine passende Praxis gefunden werden. Eine Diagnose wird über die Software nicht erstellt.

Beratung durch geschulte Mitarbeiter

Im Bereitschaftsdienst engagieren sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus der jeweiligen Region. Sie leisten den Dienst zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit in der Praxis und sorgen so dafür, dass medizinische Hilfe zur Verfügung steht – auch wenn gerade keine Sprechstunde ist. Am ärztlichen Bereitschaftsdienst beteiligen sich grundsätzlich Ärztinnen und Ärzte aller Fachgruppen. Sie nehmen regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teil, die sie für den ärztlichen Bereitschaftsdienst qualifizieren.

Service für Patienten rund um die Uhr soll Notaufnahmen entlasten

Gestartet ist die 116117 im April 2012 als bundesweit einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Vor der Einführung gab es mehr als 1.000 regionale Bereitschaftsdienstnummern, die teilweise täglich wechselten.

Dies war auch der Grund, warum die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam mit den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen die einheitliche Rufnummer einführte. 

Seit Januar 2020 vermittelt die Rufnummer 116117 dringend erforderliche Termine beim Arzt und Psychotherapeuten. 

Heutzutage ist es außerdem möglich, Termine online oder per App zu vereinbaren. Wenn mehr Patienten den Patientenservice des Bereitschaftsdienstes nutzen, können Notaufnahmen in Krankenhäusern entlastet werden. Die Terminservicestelle Sachsen steht ebenfalls hierzu zur Verfügung.

Anette Rietz

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

Der Patientenservice online erteilt durch Eingabe der Postleitzahl einen Überblick über nahe am Wohnort liegende Bereitschaftspraxen. Der telefonische Dienst berät, was zu tun ist.

Durch den eTerminservice soll es einfacher werden, zeitnah einen Termin in einer Praxis zu finden. Für manche Ärzte wird mit der Überweisung des Hausarztes ein Vermittlungscode ausgeteilt, der bei der eTerminvergabe auf dem Portal eingegeben werden muss. Termine können auch telefonisch über die 116117 vereinbart werden. Wer einen bestimmten Arzt für die Behandlung wünscht, sollte jedoch direkt in der jeweiligen Praxis anrufen.

Auch die Apotheken verfügen über einen Notdienst außerhalb der regulären Öffnungszeiten, falls dringend Medikamente oder andere Produkte benötigt werden. Die Notdienst-Hotline 22833 informiert, welche Apotheke in Ihrer Nähe Nachtwache hat. Achtung: Verschreibungspflichtige Medikamente darf die Apotheke ohne Rezept nicht herausgeben! Zudem erhebt die Apotheke auf jeden Verkauf rezeptfreier Waren während des Notdienstes eine einmalige Gebühr von 2,50 Euro.

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