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Beim Renovieren gleich ans Alter denken

Älteres Ehepaar lacht sich an beim Renovieren und hat Zollstock als Haus geformt in der Hand.
Vorausschauend renovieren ist wichtig und kann später Kosten sparen. Foto: AdobeStock/Jenny Sturm

Deutschland – Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in Deutschland steigt. Bereits 24 Prozent gehören laut Statistischem Bundesamt zur Generation 60 plus. Damit einher geht ein wachsender Bedarf an altersgerechtem, barrierefreiem Wohnraum. Doch der ist Mangelware, wie ebenfalls eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamts zeigt: Nur 2,4 Prozent des Wohnungsbestands erfüllen umfassende Anforderungen an die Barrierefreiheit.

Barrierefrei modernisieren für mehr Komfort in jedem Alter

„Bei einer anstehenden Renovierung lohnt es sich daher, schon frühzeitig an barrierefreien Komfort zu denken“, erklärt Erik Stange, Pressesprecher des Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB). Stange weist darauf hin, dass vieles, was das Leben mit körperlichen Einschränkungen erleichtert, auch für jüngere Menschen Annehmlichkeiten bietet. „Familien und ältere Menschen freuen sich gleichermaßen, wenn sie den schweren Einkauf oder den Kinderwagen vom Parkplatz direkt und ohne lästige Treppen in den Hausflur bringen können“, so der Experte.

Welche Bereiche eignen sich gut für Modernisierungen?

Stange empfiehlt, für die Planung von Modernisierungsmaßnahmen den Rat eines unabhängigen Sachverständigen für Barrierefreiheit einzuholen. Im Rahmen eines Modernisierungschecks kann der Berater den Bestand im Haus oder in der Wohnung erfassen und konkrete Vorschläge für Verbesserungen ausarbeiten.

Dazu gehören auch Vorkehrungen, mit denen sich altersgerechte Ausstattungen schnell und einfach nachrüsten lassen. Im Bad sind das zum Beispiel Montageplatten für Stützhilfen an WC, Dusche und Wanne, die bei der Renovierung unsichtbar in die Wand eingebaut werden. In der Küche kann das Waschbecken so vorbereitet werden, dass es nach Entfernung des Unterschranks auch im Sitzen oder mit dem Rollstuhl gut zu nutzen ist. Bodenebene Duschen oder breite, schwellenlose Zimmerverbindungen gehören ebenfalls dazu.

Staatliche Förderungen für altersgerechte Umbauten

Den Bedarf an barrierefreiem oder barrierearmem Wohnraum hat auch der Gesetzgeber erkannt. Er fördert daher entsprechende Umbaumaßnahmen und Modernisierungen durch die KfW-Förderbank über das Programm 159 mit zinsgünstigen Krediten bis 50.000 Euro oder über das Programm 455-B mit Zuschüssen von bis zu 6.250 Euro. Unterstützt werden sowohl Einzelmaßnahmen als auch ein Komplettumbau zum Standard „altersgerechtes Haus“, den die KfW definiert hat.

Auf Details kommt es an

Bau- und Leistungsbeschreibungen müssen klare Angaben machen. Verbindlich sind Begriffe wie „barrierefrei“ oder „behindertengerecht“, bei denen sich der Bauherr auf einschlägige DIN-Normen berufen kann. Die Bau- und Leistungsbeschreibung sollte klare und detaillierte Angaben enthalten, was genau der künftige Nutzer für sein Geld bekommt. „Wer sich unsicher im Hinblick auf seine altersgerechten Wohnwünsche ist, kann bereits vor dem Vergleich verschiedener Anbieter sachverständigen Rat einholen“, rät Erik Stange vom BSV. Ein unabhängiger Bauherrenberater unterstützt den Bau- oder Kaufinteressenten dabei herauszufinden, was ihm in puncto Altersgerechtheit wirklich wichtig ist oder wie man den Wohnraum so plant, dass Anpassungen an veränderte Lebensumstände später möglichst einfach umzusetzen sind.

Anette Rietz / djd

SZ-Lebensbegleiter Tipp:

Sie möchten in Ihrer Wohnung umbauen? Seit Jahresbeginn können Ihnen bestimmte Kosten auch nachträgliche erstattet werden. Und zwar auch dann, wenn der Pflegebedürftige verstorben ist. Voraussetzung: Der Antrag wurde bei der Pflegekasse eingereicht. Wichtig ist jedoch, dass innerhalb von zwölf Monaten abgerechnet wird.

Die KfW Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert mit ihrem Programm „Altersgerechtes Umbauen – Kredit (Kredit 159) für selbstgenutzten wie auch vermieteten Wohnraum Umbauten mit bis zu 50.000 Euro. Das betrifft auch Mieter, die eine Zustimmung ihres Vermieters haben. Gefördert werden Wege zu Gebäuden, Eingangsbereiche und Wohnungszugänge. Auch altersgerechte Treppenlösungen, veränderte Raumaufteilungen, Türschwellenabbau, Bäderumbauten, Sicherheitselemente für Senioren, Einbruchschutzsysteme und so weiter zählen dazu. Kontakt: Sächsische Aufbaubank;  Servicetelefon: 0351 4910-4920.

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